Woman

#WeAreAllHumanity – dieses Projekt unterstützt Frauen aus dem Kongo

Das Denim-Label Citizens of Humanity hat sich mit der internationalen Flüchtlingshilfe UNHCR zusammengetan, um auf die Situation der geflüchteten Frauen aus dem Kongo aufmerksam zu machen
Reading time 4 minutes

Die Demokratische Republik Kongo ist eines der gefährlichsten Länder der Welt. Gewalt, Morde und Misshandlungen gehören für viele zur Tagesordnung. Gemeinsam mit der Flüchtlingshilfe UNHCR will das Label Citizens of Humanity auf die Situation der kongolesischen Frauen aufmerksam machen und diese unterstützen. Für das Brandbook »Humanity« hat der britische Porträt- und Kriegsfotograf Giles Duley 14 geflüchtete Frauen porträtiert und ihre Geschichten dokumentiert. 

Am 26. August startete die Aktion »We are all humanity«, an der auch Stars wie Helena Christensen und Kate Bosworth teilnehmen. Es gibt einen Filter – sowohl physisch als auch digital, mit dem man ein Foto machen kann. Für jedes bei Instagram gepostete Bild mit Filter und dem Hashtag #WeAreAllHumanity spendet das Label Citizens of Humanity 10 Dollar an die UNHCR im Namen der »Women of the Congo«. 

Mimi Misenga, 45

»Sie haben meinen Onkel und seine Söhne umgebracht. Wir konnten sie nicht einmal beerdigen. Meinen Nachbarn haben sie gezwungen, seine eigene Tochter zu vergewaltigen. Die Truppen haben Töchter vor den Augen ihrer Familien missbraucht. Ich hatte solche Angst um meine Kinder. Wir haben es geschafft, zu fliehen. Barfuß. Ich hatte nichts mehr. Aber meine Kinder haben mir Kraft gegeben. Ich bin niemals müde. Ich bin stark. Mein Körper ist immer bereit zu arbeiten, selbst wenn ich schlafe. Enrsthaft, ich weiß nicht, woher diese Stärke kommt. Ich sage zu meinen Töchtern: Bleibt ruhig, findet einen guten Mann und folgt meinem Beispiel. Folgt meiner Stärke.«

Germaine Alonde, 25

»Wir hatten ein schönes Zuhause, ein gutes Leben. Dann kam das Militär und nahm uns alles. Sie töteten meinen Bruder, es war schrecklich. Wir sahen so viel Blut. Ich konnte nicht mehr schlafen. Eines Tages kamen sie in die Nähe unseres Hauses – da sind wir geflohen. Wir hatten solche Angst, weil wir wussten, was sie uns antun würden. Meine älteste Tochter Therese (7) nahm das Baby Helene (2) während ich zurücklief, um ein paar Dinge zu retten und die restlichen Kinder zu holen. An der Grenze wurde geschubst und gedrängelt, in dem Chaos verlor Therese das Baby. Das war der schlimmste Moment, aber ich konnte nicht böse sein. Sie war ja selbst noch ein Kind. Für zwei Wochen dachten wir, Helene verloren zu haben. Dann wurden wir wieder vereint. Was für ein Glück!«

Rose Lusanda, 46

»Wir Frauen tragen die Stärke in uns. Wir halten die Gemeinschaft zusammen. Auf den Märkten müssen wir mehr bezahlen, weil wir zu den Lubas (Anm. d. Red.: Angehörige der Bantu-Ethnie) gehören. Es wurde immer gesagt: »Tötet die Lubas«. Als die Soldaten kamen, konnten wir fliehen. Sie haben alle umgebracht, misshandelt und vergewaltigt. Väter wurden gezwungen mit ihren Töchtern zu schlafen und wenn sie sich weigerten, wurden sie erschossen. Man hat uns unserer Stärke beraubt, aber wir dürfen nicht schwach sein. Wir sind dem Krieg entkommen. Ich hatte die Stärke in mir. Ich hatte den Mut zu tun, was nötig war. Manchmal sage ich meiner Tochter, dass sie diesen Mut spüren soll. Ruhe finden, ruhig sein, ruhig bleiben.«

Thérese Mandaka, 19

»Wir Frauen waren die Zielscheibe und mussten sehr leiden. Als die Soldaten kamen, wurde ich von meinem Mann getrennt. Er hatte versucht, Arbeit zu finden, während ich zuhause saß. Ich war schwanger. Und obwohl es mir nicht gut ging, wusste ich, dass ich fliehen musste. Ich hatte Angst, dass sie sonst das ungeborene Baby getötet hätten – da habe ich meine Stärke gefunden. Mittlerweile bin ich Mutter, also muss ich hier im Camp stark sein. Ich habe meinen Mann seit Monaten nicht mehr gesehen, unser Kind kennt er noch nicht. Ich will einfach wieder mit ihm zusammen sein.« 

Fotos: Giles Duley

www.citizensofhumanity.com

Ähnliche Beiträge

Vorgeschlagene Artikel