Gallery Weekend Berlin: 10 Highlights

19.04.2017

[caption id="attachment_42131" align="alignnone" ]ausstellung-tipps-gallery-weekend-berlin-mai-2017-lofficiel „Diane et Acteon 2“ © PierreKlossowski, Courtesy Schinkel Pavillon[/caption] Es ist wieder Gallery Weekend in Berlin – heißt: vom 28. bis 30. April stehen die Türen der Berliner Galerien ein Wochenende lang offen. Zehn Kunst-Highlights, die wir uns nicht entgehen lassen: Sprachentwirrung Die südafrikanische Künstlerin Candice Breitz ist berühmt für ihre Video-Collagen. Oft sind es Filme mit Hollywood-Schauspielern, die sie so beschneidet, dass Monologe zu Dialogen und Dialoge zu Sozial- und Milieustudien werden. KOW, Brunnenstraße 9 10119 Berlin [caption id="attachment_42086" align="alignnone" ]ausstellung-tipps-gallery-weekend-berlin-mai-2017-lofficiel © Stills aus "Love Story", 2016 / mit freundlicher Genehmigung von Candice Breitz und KOW Berlin[/caption] Konzeptirre Andreas Slominski gehört zu den Künstlern, die gerne ausführen lassen. Im Kunstjargon heißt das Konzeptkunst, in seinem Fall ist die meistens lustig. Mal stehen Toilettenhäuschen im White Cube, mal Souffleurkästen für Wühlmäuse. Auch Kinderwagen, Hemden und Heuballen wurden in seinem Auftrag schon in Ausstellungsräume gebracht. In Berlin ließ er vor einigen Jahren im Neuen Berliner Kunstverein die Chinesische Mauer aufbauen. Ganz so bombastisch wird es in der Galerie Neu nicht zugehen. Aber genau so viel Aufwand bestimmt betrieben. Galerie Neu, Linienstrasse 119 10115 Berlin [caption id="attachment_42094" align="alignnone" ]ausstellung-tipps-gallery-weekend-berlin-mai-2017-lofficiel © "Untitled" von Andreas Slominski, Galerie Neu[/caption] Gestern war unsere Zukunft Michel Majerus wird seit einiger Zeit gerne als Vater für eine Generation von Künstlern herangezogen, die sich mit der Digitalisierung des Lebens auseinandersetzen. Seine Bilder sprechen auch eine sehr eigene Sprache: Hier malte er die Bilder anderer Künstler wie Gerhard Richter oder Andy Warhol ab und stellte sie so frei nebeneinander als handele es sich um eine analoge Instagram-Wall. Dort gestaltete er ganze Räume wie begehbare Computerspiele. Michel Majerus kam 2002 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Die Galerie Neugerriemschneider zeigt eine Auswahl an Bildern aus dem Majerus Estate. Neugerriemschneider, Linienstrasse 155 10115 Berlin Mode in situ Die Galeristin Isabella Bortolozzi weiß sehr viel über Kunst. Sie hat ein so ausgezeichnetes Gespür für Künstler, dass es fast keinen in ihrer Galerie gibt, der nicht auf die eine oder andere Art und Weise zur Avantgarde gehört. Deshalb sollte man es als Zeichen sehen, dass sie zum Gallery Weekend Personen ihre Räume überlässt, die man eigentlich aus der Mode kennt. Der Designer Anthony Symonds und der Stylist Max Pearmain haben im September 2016 mit der Kollektion Retail Baroque debütiert, auf der Londoner Fashion Week präsentierten sie Haute Militaire. Sie wird auch im Zentrum der Ausstellung stehen, sogar der Laufsteg wird, soweit wir informiert sind, wieder aufgebaut für Models, Tänzer und Schauspieler. Galerie Isabella Bortolozzi, Schöneberger Ufer 61 10783 Berlin [caption id="attachment_42097" align="alignnone" ]ausstellung-tipps-gallery-weekend-berlin-mai-2017-lofficiel © Delfino Sisto Legnani und Marco Cappelletti[/caption] Zwei Spielkammern Eva Kot’átkovás Ausstellungen sind wie kleine begehbare Theaterstücke. Zusammengerollte Teppiche mit Hemdsärmeln sind ihre Darsteller und Gitterschuhe auf Bildern ihre Requisten. Umso schöner, dass diese Künstlerin zum Gallery Weekend in Berlin einen zusätzlichen Raum bezieht, den sie wohl mit echten Menschen bespielt. Meyer Riegger, Friedrichstrasse 235 10969 Berlin [caption id="attachment_42083" align="alignnone" ]ausstellung-tipps-gallery-weekend-berlin-mai-2017-lofficiel © Detail von Bird Cage/ Caged Birds, mit freundlicher Genehmigung von Eva Kot'átkovás und Meyer Riegger[/caption] Artist‘s artist So werden die Künstler bezeichnet, die zu den ganz großen Vorbildern anderer Künstlern zählen. Der Franzose Pierre Klossowski ist definitiv einer von ihnen. Bis zu seinem Tod 2001 im Alter von 96 Jahren arbeitete er als Schriftsteller und Maler, verkehrte mit Intellektuellen wie Walter Benjamin, Kafka, Lacan oder Michel Foucault. Viele seiner Gemälde werden von zarten Jünglingen bewohnt, und viele seiner Szenen erinnern an den surrealistischen Zirkel, zu dem er ebenfalls gehörte. Schinkel Pavillon, Oberwallstraße 1, 10117 Berlin [caption id="attachment_42081" align="alignnone" ]ausstellung-tipps-gallery-weekend-berlin-mai-2017-lofficiel © „Diane et Acteon 2“ von PierreKlossowski, Courtesy Schinkel Pavillon[/caption] An der Wand Neben den Galerien eröffnen auch Museen neue Ausstellungen. Für eine von ihnen dürften sich vor allem Magazinleser begeistern: Der Berliner Martin-Gropius-Bau konnte Juergen Teller gewinnen, eine Auswahl der Fotografien an die Wände zu hängen, die man so gern in den Händen hält. Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin [caption id="attachment_42084" align="alignnone" ]ausstellung-tipps-gallery-weekend-berlin-mai-2017-lofficiel © Juergen Teller[/caption] Nicht leise, eigentlich Direkt gegenüber der Museumsinsel werden sich die Künstler Bjarne Melgaard und Katja Strunz austoben dürfen. Melgaard wurde schon einmal als Chaot unter den Expressionisten bezeichnet, auch wenn er sich auf dieser Zeichnung von den lauten Gesten still verabschiedet. Contemporary Fine Arts, Am Kupfergraben 10, 10117 Berlin [caption id="attachment_42085" align="alignnone" ]ausstellung-tipps-gallery-weekend-berlin-mai-2017-lofficiel © Bjarne Melgaard, mit freundlicher Genehmigung von Contemporary Fine Arts[/caption] Transformation Pamela Rosenkranz verwandelte White Cubes in grüne Berglandschaften und in ein flüssiges Hautmeer. Ähnlich technoide Verkörperungen erwarten wir auch in den großen Räumen ihrer Galerie. Sprüth Magers, Oranienburger Strasse 18 10178 Berlin [caption id="attachment_42082" align="alignnone" ]ausstellung-tipps-gallery-weekend-berlin-mai-2017-lofficiel © Pamela Rosenkranz / mit freundlicher Genehmigung von Fondazione Prada[/caption] Oracle Zum Gallery Weekend wird Tenzing Barshee eine Gruppenausstellung organisieren, die ebenfalls niemand verpassen sollte: Die wunderbare Kirsten Pieroth ist mit dabei, eine Künstlerin, die wie Müller selten in Berlin ausstellt, obwohl sie hier lebt und arbeitet. Außerdem Ben Schumacher und das Studio for Propositional Cinema. Der Titel der Schau lautet "Der Verdienst 2014-2017" Oracle, Joachimstahler Straße 14, 10719 Berlin [caption id="attachment_42103" align="alignnone" ]ausstellung-tipps-gallery-weekend-berlin-mai-2017-lofficiel © "Der Verdienst 2014-2017" von Ben Schumacher, Oracle[/caption]