Focus On: Vietnam

18.05.2017

[caption id="attachment_41978" align="alignnone" ]vietnam-berlin-label-womenswear-spring-summer-2017-lofficiel © Vietnam Spring/Summer 2017[/caption] Losgelöst von jeglichen Konzepten, rückt der Spaß an der Mode wieder in den Fokus – ein Blick auf das Berliner Womenswear-Label Vietman Aus festgefahrenen Grenzen variable machen, Konzepte beiseitelegen und der Mode ihren freien Lauf lassen − das Berliner Ready-to-Wear Label Vietnam macht dort weiter, wo viele bereits aufhörten. Der Spaß an der Mode wird mit einer Leichtigkeit aufgegriffen und bildet schließlich den Fokus aller Kreationen und Visionen. Ähnlich gelöst von vielerlei Standards verlief der Werdegang der Gründerin Nam: Nach beruflichen Stationen im Einkauf, Verkauf und Produktmanagement bei Modehäusern wie Louis Vuitton und Haider Ackermann, beschloss die Jungdesignerin schließlich, die Sache selbst in die Hand zu nehmen – auch ohne zuvor je eine Ausbildung oder ein Studium in einem modischen Feld begonnen zu haben. Dass das der Sache aber keinen Abbruch tut, beweist das Spring/Summer 2017-Lookbook: Japanische Tradition wird hier in einer spielerischen Leichtigkeit in den modernen Zeitgeist übertragen und zugleich mühelos in den Alltag integriert. [caption id="attachment_41860" align="alignnone" ]vietnam-berlin-label-womenswear-spring-summer-2017-lofficiel © Vietnam Spring/Summer 2017[/caption] Inspiriert von traditionellen Kimonogürteln erhalten die modernen Schnitte schon fast einen altbekannten Anklang, eine Art Vertrautheit, während verspielte Elemente wie Cut-Outs und ausgestellte Ärmel zu einem zeitgenössischen Look beitragen. Der Clou: Alle Teile der Kollektion wurden ausschließlich aus Reststoffen gefertigt und liefern mal eben den Beweis, dass Nachhaltigkeit sehr wohl mit einer Portion Raffinesse umzusetzen ist. Um ein festgesetztes Konzept handelt es sich hierbei dennoch nicht, würde es doch wiederum stilistische Grenzen setzen − und die passen nun einmal so gar nicht zu Vietnam. So versteht es sich fast von selbst, dass bereits die Fall/Winter 2017/18 Kollektion dem Berliner Label ein völlig neues Gesicht verleihen wird, auf das es sich zu warten lohnt. Um zu erfahren, welche Visionen, welches Denken und welche Beweggründe außerdem hinter Vietnam stecken, baten wir Designerin Nam zum Gespräch: Worum geht es in deiner Mode? So wirklich kann ich das gar nicht sagen, wobei, eigentlich ist es im Moment ganz simpel: Es geht um den Spaß an der Mode. Um den Spaß daran, sie zu tragen oder sie einfach nur anzusehen. Zurzeit möchte ich die Kleidung designen, auf die ich Lust habe. Einen viel tieferen Sinn gibt es da nicht. Und um ehrlich zu sein, ist Mode für mich auch nicht viel mehr – entweder, man hat Spaß daran, sich bewusst in einer bestimmten Art und Weise einzukleiden, oder eben nicht. Es gibt wichtigere Themen, die mitunter schon schwer genug sind. Da sollte Mode nicht noch ein zusätzlicher Faktor sein. Kannst du deine Mode in ein paar Worten beschreiben? Das überlasse ich lieber Außenstehenden. Meine Stimmung und Laune wechseln mit jeder Kollektion, somit können sich auch meine Designs stark voneinander unterscheiden. Dazu kommt, dass ich meine eigene Designsprache noch nicht gefunden habe – es ist zum jetzigen Zeitpunkt ja auch noch sehr früh. Ich möchte einfach ein bisschen experimentieren und all das austesten, wonach mir gerade so ist. Das spiegelt sich auch schon in meiner nächsten Kollektion wieder, sie wird definitiv mehr "girly" als die aktuelle. Welche Designer inspirieren dich am meisten? Andere Designer zählen nicht wirklich zu meinen Inspirationen, aber ich liebe alle italienischen Designer. Warum hast du dich gegen eine Ausbildung im Modedesign entschieden? Voranging lag es an meinem Elternhaus. Manchmal denke ich mir zwar, dass es nicht geschadet hätte, über etwas mehr Expertise zu verfügen, aber vieles habe ich mir mittlerweile selbst beigebracht. Wenn man weiß, wohin man gehen soll und was man machen möchte, ist es im Nachhinein auch egal, welchen Weg man nimmt. In meinen Augen ist es wichtiger, praktische Erfahrungen zu sammeln und sich ständig weiterzubilden. Welche Person hast du im Kopf, wenn du neue Designs entwirfst? Ich habe nicht immer dieselbe Person im Kopf, sie ändert sich von Kollektion zu Kollektion. Wenn ich es verallgemeinern müsste, dann wäre es wohl eine Person, die keine Angst vor Form und Farbe hat, die eben Spaß an der Mode hat. Vielen Dank für das Interview. [caption id="attachment_41861" align="alignnone" ]vietnam-berlin-label-womenswear-spring-summer-2017-lofficiel © Vietnam Spring/Summer 2017[/caption] [caption id="attachment_41862" align="alignnone" ]vietnam-berlin-label-womenswear-spring-summer-2017-lofficiel © Vietnam Spring/Summer 2017[/caption] [caption id="attachment_41859" align="alignnone" ]vietnam-berlin-label-womenswear-spring-summer-2017-lofficiel © Vietnam Spring/Summer 2017[/caption] [caption id="attachment_41864" align="alignnone" ]vietnam-berlin-label-womenswear-spring-summer-2017-lofficiel © Vietnam Spring/Summer 2017[/caption] [caption id="attachment_41858" align="alignnone" ]vietnam-berlin-label-womenswear-spring-summer-2017-lofficiel © Vietnam Spring/Summer 2017[/caption]