Focus On: A.W.A.K.E.

29.03.2017

[caption id="attachment_41092" align="alignnone" ]awake-label-fall-winter-2017-2018-Lofficiel © A.W.A.K.E.[/caption] Das Label A.W.A.K.E. pickt sich das beste aus Avantgarde und Minimalismus – ein Blick auf eine textile Verflechtung Die Mode scheint oft nur zwei Extreme zu bespielen: Puren Minimalimus, reduzierte Formen, das Wenigsten vom Wenigen auf der einen Seite und eklektische Extravaganz, Abstraktion gestellt über Tragbarkeit, Kleidung mit der Kunst als Ambition auf der anderen. Man stelle sich quasi Céline und Rei Kawakubos Entwürfe für Comme des Garçons als entgegengesetzte Eckpfeiler eines eigentlich so vielversprechenden Spektrums vor. Eine Kombination aus beidem allerdings, das scheint in der Mode noch selten betretenes Niemandsland zu sein. Das das Label A.W.A.K.E. aus London seit 2012 versucht mit einer neuen Palette an Interpretationen zu erobern. [caption id="attachment_41039" align="alignnone" ]awake-label-fall-winter-2017-2018-Lofficiel © A.W.A.K.E.[/caption] [caption id="attachment_41045" align="alignnone" ]awake-label-fall-winter-2017-2018-Lofficiel © A.W.A.K.E.[/caption] Dafür kombiniert Gründerin Natalia Alaverdian, die sich zuvor als Art Direktorin und Stylistin in ihrem Geburtsland Russland einen Namen machte, klassische Schneider- und Anzugelemente mit Volumen und Drapage, eigentlich doch so unpraktische überlange Hosenbeine mit wie gemeißelt sitzenden Jacken und Mänteln, sichtbare Nähte und Konstruktionen mit präzise gesetzten Schnitten. A.W.A.K.E., das als Akronym für "All Wonderful Adventures Kindle Enthusiasm" steht, schlägt so die haptische Brücke zwischen Alaverdians europäischer Herkunft, sie wuchs in Belgien auf, und den asiatischen Einflüssen, die sich durch ihre Arbeit ziehen.   [gallery caption="©A.W.A.K.E Fall/Winter 2017/18" ids="41036,41027,41035,41033,41029,41031,41034,41032,41028,41030"] Kein Wunder also, dass uns A.W.A.K.E. als gelungene Kreuzung zwischen diesem so verehrten Avantgardismus der japanischen Designer und dem wohl ebenso prägenden Minimalismus der europäischen Gefilde vorkommt. Umgeben wird Alaverdians textile Collage nämlich von einem Rahmen, der sich durch die japanische Kultur geprägt zeigt, voll Kimono-Elementen, Ärmeln, die an Pagodentürme erinnern, Outfits garniert mit Bambushüten und Mänteln im Inneren verziert mit Meereszeichnungen. [caption id="attachment_41043" align="alignnone" ]awake-label-fall-winter-2017-2018-Lofficiel © A.W.A.K.E.[/caption] Man lässt sich ja so gerne durch Musik, Filme oder Bücher an andere Orte ziehen, sich von ihnen Bilder in den Kopf malen lassen, die irgendwann auch auf die Realität abfärben. Warum sollte also nicht auch die Mode, die uns doch schließlich tagtäglich umgibt, in der Lage sein, ihren Träger an ebenso ferne Plätze mitzunehmen? A.W.A.K.E. zumindest zeigt, wie scheinbar einfach das gehen kann: Mit Entwürfen, die zwischen den Kontinenten schweben und genau deshalb so himmlisch scheinen. [caption id="attachment_41042" align="alignnone" ]awake-label-fall-winter-2017-2018-Lofficiel © A.W.A.K.E.[/caption]