Héroïnes: Felicia Mutterer

04.04.2017

[caption id="attachment_41220" align="alignnone" ]heroines-felicia-mutterer-straight-magazin-Lofficiel © Denys Karlinskyy[/caption] Die Sportjournalistin gründete ein Magazin für Frauen, die Frauen lieben. Damit setzt sie wichtige Zeichen: Schluss mit Sexismus, Schluss mit Klischees Angela Merkel steht vor dem Fenster eines Hotelzimmers. Die Nachrichten laufen, es geht um die Homoehe. Die Kanzlerin hat das Mobiltelefon in der Hand und tippt auf die Tastatur. Eine bildschöne, junge Frau nähert sich ihr, umarmt sie zärtlich von hinten und legt den Kopf auf ihre Schulter. Dann wird das Bild ausgeblendet. Ein junges Mädchen lacht aus dem Off. Der Schriftzug Straight erscheint, im Untertitel #JIPPIEJAYGAY. Der Hashtag ist Motto. Nicht nur für den Werbespot, sondern auch für das neue Magazin, das er vorstellt. Lanciert wurde es im Sommer 2015 von der Journalistin Felicia Mutterer. Zusammen mit einem kleinen Team hat sie sich auch die Szene ausgedacht: Angela Merkel verliebt in eine junge Frau. Das hatte man noch nie gesehen. So viel stand schon damals fest. Genauso wenig ein Magazin, das eine so breite Öffentlichkeit auf „feminine Frauen, die Frauen lieben“ aufmerksam macht. Der Spot, einer von drei Imagefilmen, erreichte allein über Twitter 15 Millionen Menschen. Merkel-Double hin oder her. [caption id="attachment_40923" align="alignnone" ]heroines-felicia-mutterer-straight-magazin © Denys Karlinskyy[/caption] Publizistisch gesehen, führten Lesben bis Straight eher ein Nischendasein. Das wollte Mutterer ändern. Auch aufräumen mit den Klischees, die niemand benennen möchte, die sich aber trotzdem halten: Lesben tragen kurze Haare, niemals Röcke, und von Lippenstift und Wimperntusche wollen sie auch nichts wissen. Deshalb gründete Mutterer ein neues Magazin. Sie wollte endlich selbst ein Heft in den Händen halten, das guten Journalismus mit großartiger Gestaltung verbindet und die Themen, die für homosexuelle Frauen relevant sind, so aufbereitet, wie man es von guten Lifestyle- und auch Politmagazinen gewohnt ist. Das hat sie geschafft. In jeder Ausgabe setzt sie Geschichten auf den Titel, die jede Frau interessieren: Samenspende, Masturbation, Homosexualität in einem Land wie Uganda – oder im Sport in Deutschland. Mit Letzterem kennt sich Mutterer ziemlich gut aus. Jahrelang moderierte sie Sportsendungen im SWR Fernsehen, berichtete für den RBB zum Beispiel über den Fußballverein Hertha BSC. Sie ist 37 Jahre alt. Als sie in den Beruf einstieg, war sie eine der jüngsten Sportmoderatoren Deutschlands. Außerdem eine Frau. „Über das Programm im Sport entscheiden überwiegend Männer“, sagt sie. „Das kann für eine Frau sehr unangenehm sein, vor allem, wenn sich hinter den Kulissen alle über das Aussehen von Sportlerinnen auslassen.“ Das Klima konnte sie nicht ändern. Also schuf sie ein neues – und zwar ziemlich Straight. [caption id="attachment_41490" align="alignnone" ]heroines-felicia-mutterer-straight-magazin-lofficiel © Straight Magazine[/caption] Dieser Artikel ist in der März 2017-Ausgabe von L’Officiel erschienen