J.W. Andersons Körperstudien

17.03.2017

[caption id="attachment_39857" align="alignnone" ]j-w-anderson-ausstellung-kunst-mode-lofficiel Foto: Laziz Hamani|Patchouli Cocktailkleid aus smaragdgrüner Seide, Autumn-Winter 1952 Haute Couture Kollektion[/caption] Mit der von ihm kuratierten Ausstellung "Disobedient Bodies" begibt J.W. Anderson sich auf die Spuren seiner eigenen Inspiration Es ist mindestens logisch, dass sich Modedesigner exzessiv mit dem menschlichen Körper auseinandersetzen. Schließlich fungiert er als die weiße Leinwand zu ihren textilen Farbklecksen, als noch unberührter Filmstreifen zu ihren Ideen einer in Kleidung gefassten Geschichte. Dass sich dieser Körper dabei aber nicht immer nur in Fleisch und Blut, sondern auch als Abbild in Kunst, Design und natürlich Mode an sich wiederfinden kann, wird spätestens deutlich, wenn man den Kreativen beim Reminiszieren über Inspiration und Assoziationen lauscht. Natürlich stößt man da, in Erinnerung an einen tatsächlichen Körper, auf die Idee der Muse, die ja aber doch mehr idealisiertes Lebensgefühl und Lebensentwurf abdeckt als eine Form an sich. Die findet sich vielmehr in Skulpturen, abstrakt und verzerrt, auf Gemälden oder Fotografien, wo mit Gliedmaßen und Fläche so gespielt wird, dass der eigentliche Körper schon selbst wieder zur Skulptur wird. Als ein stetiger Wandler dieser Felder hat sich der nordirische Modedesigner J.W. Anderson nun der Repräsentation von Körper, Formen und Körperformen in verschiedenen kreativen Feldern angenommen. Seine Ergebnisse präsentiert er ab dem 18. März in der Ausstellung "Disobedient Bodies: J.W. Anderson" in der Hepworth Gallery in West Yorkshire, England, als bewusst angeordneter Dialog zwischen den verschiedenen stilistischen Disziplinen, konzentriert auf die Wahrnehmung der menschlichen Form durch Künstler im 20. Und 21. Jahrhundert. Anderson, der bereits seit mehreren Jahren als einer der vielversprechendsten und progressivsten Designer Großbritanniens gilt, ließ sich dabei vor allem von seinen eigenen Vorstellungen von Geschlecht und Sexualität leiten. Gedanken, die er kontinuierlich ebenso in den Kollektionen für sein nach ihm benanntes eigenes Label thematisiert und seit Beginn seiner Karriere aufgreift. 2008 debütierte J.W. Anderson mit einer Herrenkollektion auf der London Fashion Week, zwei Jahre später folgten die Damenentwürfe, 2015 wurde er als erster Designer gleichzeitig zum Mens- und Womensweardesigner of the Year gekürt. [caption id="attachment_39833" align="alignnone" ]j-w-anderson-ausstellung-kunst-mode-lofficiel © J.W.Anderson | Foto: Scott Trindle | Jonathan Anderson[/caption] Das Verbinden von Maskulinität und Femininität, das Transformieren von Geschlechtern zu einem universellen Körperbild, ist, was sich Anderson als kreativen Weg abgesteckt hat. Als Säumnisse stellt er diesem in "Disobedient Bodies" Skulpturen von Jean Arp, Louise Bourgeois und Lynn Chadwick an die Seite, Fotografien von Jamie Hawkesworth, Entwürfen von Christian Dior, Commes des Garçons oder Helmut Lang. Verbindungen, die nicht nur die filigrane Skulpturalität von Andersons Entwürfe unterstreichen, sondern doch auch verdeutlichen, warum der Designer bei Mode- und Kunstwelt so beliebt ist: Er stellt moderne Fragen und Thesen in einen Kontext zu künstlerischem Ausdruck, verdeutlicht, wie omnipräsent noch als neuartig angesehene Entwicklungen doch schon länger sind und wie wichtig es für die Mode ist, sich diesen auch anzunehmen. [caption id="attachment_39834" align="alignnone" ]j-w-anderson-ausstellung-kunst-mode-lofficiel © Jamie Hawkesworth | The Thinleys, 2015[/caption] [caption id="attachment_39835" align="alignnone" ]j-w-anderson-ausstellung-kunst-mode-lofficiel Foto: Stuart Whipps | Henry Moore, Reclining Figure, 1936[/caption] [caption id="attachment_39854" align="alignnone" ]j-w-anderson-ausstellung-kunst-mode-lofficiel © JW Anderson | JW Anderson SS2017 Kollektion[/caption] [caption id="attachment_39841" align="alignnone" ]j-w-anderson-ausstellung-kunst-mode-lofficiel © Sarah Lucas Grace | Sarah Lucas Grace, tights, 2006[/caption] [caption id="attachment_39836" align="alignnone" ]j-w-anderson-ausstellung-kunst-mode-lofficiel © Issey Miyake | Issey Miyake Plissiertes Kleid aus der SS13 Kollektion[/caption] [caption id="attachment_39840" align="alignnone" ]j-w-anderson-ausstellung-kunst-mode-lofficiel Foto: Scottish National Gallery of Modern Art | Jean Arp, S'élevant [Rising up], 1962.[/caption] [caption id="attachment_39837" align="alignnone" ]j-w-anderson-ausstellung-kunst-mode-lofficiel Foto: Takashi Hatakeyama| Christian Dior Kleid "La Cigale" Autumn/Winter 1952[/caption] [caption id="attachment_39842" align="alignnone" ]j-w-anderson-ausstellung-kunst-mode-lofficiel © Foto: Jerry Hardman-Jones | Barbara Hepworth, Totem, 1960–62, Marmor[/caption] [caption id="attachment_39838" align="alignnone" ]j-w-anderson-ausstellung-kunst-mode-lofficiel Foto: Laziz Hamani|Patchouli Cocktailkleid aus smaragdgrüner Seide, Autumn-Winter 1952 Haute Couture Kollektion[/caption] [caption id="attachment_39839" align="alignnone" ]j-w-anderson-ausstellung-kunst-mode-lofficiel Foto: Laziz Hamani|Patchouli Cocktailkleid aus smaragdgrüner Seide, Autumn-Winter 1952 Haute Couture Kollektion[/caption] [caption id="attachment_39843" align="alignnone" ]j-w-anderson-ausstellung-kunst-mode-lofficiel Foto: Tate, London 2016 | Head No. 2 1916, vergrößerte Version 1964, Naum Gabo 1890-1977[/caption] [caption id="attachment_39845" align="alignnone" ]j-w-anderson-ausstellung-kunst-mode-lofficiel © JW Anderson | JW Anderson SS2017 Kollektion[/caption]