#FASHIONWEEK: Trends und Tendenzen

09.03.2017

[caption id="attachment_39574" align="alignnone" ]fashion-week-trends-new-york-paris-mailand-herbst-winter-2017-Lofficiel Versace © Marcio Madeira[/caption] Textile Trends und gesellschaftliche Entwicklungen – die vergangenen Modewochen waren wie eine Chronik des Zeitgeists Wenn man die Fashion Weeks in New York und London, in Mailand und Paris in ein Kleidungsstück übersetzen müsste, würde man wohl ein weißes T-Shirt wählen, versehen mit einem möglichst prägnanten Slogan, der von der Brust prangt. "Girls just want to have fundamental rights", "This is what a feminist looks like", "The future is female" – so fasste es zumindest der nepalesisch-amerikanische Designer Prabal Gurung zu Beginn des vergangenen Modemonats in New York zusammen. Ein Aufmarsch, den seine Models bekleidet mit eben diesen Shirts als Einheit bei ihrem finalen Walk hinlegten, dem sich noch so einige Designer anschließen sollten. Denn Gurung war nur der erste in einer langen Riege an Modemachern, die neben einem modischen Eindruck vor allem ein politisches Zeichen für den Herbst/Winter 2017 hinterlassen wollten. Zwischen Kleidung, die ja an erster Stelle doch für die meisten Modehäuser immer einen wirtschaftlichen Wert hat und Kleidung, die sich eben auch als so oft zitierter Spiegel der Gesellschaft versteht, fanden sich also die Entwürfe der Fashion Weeks wieder. Sie zeigten ein Abbild dessen, in was wir uns in der nächsten Wintersaison kleiden sollten – im Sinne des Körpers und im Sinne des Kopfes. Wir haben die fünf wichtigsten modischen Entwicklungen, auf und als T-Shirts, zusammengefasst. Slogo-mania Oft versuchen wir die Message einer Kollektion durch die Kleidung zu lesen, diese Saison machten es uns die Designer da ganz einfach. Sie schrieben ihre Sichtweisen einfach darauf. Von Prabal Gurungs feministischen Statements in New York über die sehr glitzernden, sehr plakativen Sprüche bei Ashish in London, die unter anderem "More Glitter, less Twitter" und "Love sees no colour" lasen, ließ sich der Schrift-Zug auch in Mailand und schließlich Paris nicht aufhalten. Donatella Versace versah bei der Show des gleichnamigen Modehauses Mützen und Ärmel mit Slogans wie "Courage" und "Loyalty", Johnny Talbot und Adrian Runhof schrieben in Paris die Wörter "Unpresidented" und "Persist" auf Shirts. Ein ganz neues Vokabular, das die Branche da gefunden zu haben scheint. [gallery ids="39527,39525,39526,39528,39529"] Hosenanzüge Hillary Clinton machte es während ihres Wahlkampfes vor, die Designer folgten sogleich: Sie kleideten ihre Models in farblich abgestimmte und maßgeschneiderte Hosenanzüge. Mit dabei, natürlich, Hillary Clintons favorisierter Designer Ralph Lauren mit beigen Modellen aller Schattierungen; ebenso der sonst so sportliche Alexander Wang und Raf Simons als neuer Chief Creative Officer bei Calvin Klein, die beide Anzüge mit grauen Karomustern zeigten, und verdeutlichten, in wie vielen verschiedenen Welten man sich damit bewegen kann. [gallery ids="39537,39538,39539,39532,39533,39534,39536"] Fantasiewelten Wenn uns die Realität nicht passt, flüchten wir uns in andere Gefilde. Und das manchmal auch über die Kleidung, die wir tragen. Oder die wir auf dem Laufsteg sehen. Mary Katrantzou nahm uns in London mit in ihre Version des Disney Films "Fantasia" aus den 40er Jahren, präsentierte Kleider überzogen mit Bildern mystischer Welten und Roben wie ein glitzernder Nachthimmel. Der fand sich auch in Maria Grazia Chiuris zweiter Kollektion für Dior, als Ableitung Christian Diors Faszination für Astrologie, gepaart mit schweren Samtstoffen und tiefen Blautönen. Alessandro Michele dagegen übersetze sein stetiges Interesse für Sagen und Bildnisse in typisch eklektisch-glitzernder Manier auf Kleider, Mäntel und Anzüge – entführte aber nicht weniger in verlockende Paralleluniversen. [gallery ids="39545,39544,39543,39546,39547"] Silber Es ist nicht alles Gold, was glänzt, denn manchmal kann auch Silber einen besonders bleibenden Eindruck hinterlassen. Wie eine schützende Rüstung legten deshalb Designer wie J.W. Anderson, Paco Rabanne, Issey Miyake oder Lazaro Hernandez und Jack McCollough – die Herren hinter Proenza Schouler – ihren Models Pailletten und Farbflächen um. Die zeigten sich mal als komplett-Look wie bei Miyake, mal als Details gepaart mit Mustern und Fransen wie bei Anderson. Immer aber schienen sie Zeichen von Schutz und Extravaganz zugleich. [gallery ids="39553,39550,39551,39552"] New Models Der so oft kritisierten Stigmatisierung von Frauen in der Mode setzten diese Saison so einige Designer eine Antwort entgegen, und zwar mit einem Casting, das über die bekannten Attribute von Models blickte. Mary-Kate und Ashley Olsen verpflichteten für die Show ihres Labels The Row bei der New York Fashion Week Models, die mit ihrem Alter weit über dem eigentlichen Industriedurchschnitt liegen, wie die 46-jährige Kirsten Owen oder die 39-jährige Alek Wek. Auch Simone Rocha setzte mit der 70-jährigen Jan de Villeneuve und der 50-jährigen Cecilia Chancellor in London auf Diversität statt Einfältigkeit – hoffentlich ein Trend, den wir auch über den nächsten Herbst hinaus noch sehen werden.