50 Jahre PIN in München

23.11.2015

[caption id="attachment_3213" align="alignnone" ]©Jan Kuck, Courtesy Bernheimer Contemporary Foto: Dirk Biotto / Daniel Delang ©Jan Kuck, Courtesy Bernheimer Contemporary
Foto: Dirk Biotto / Daniel Delang[/caption] Wie der Verein durch seine legendäre Benefiz-Auktion beweist, den Zeitgeist  der Kunstwelt verstanden zu haben Zeitgenössische Kunst hat mittlerweile ihren festen Platz in Museen gefunden. Doch das war nicht immer so. Als Prinz Franz von Bayern, Walter Bareiss, Egon Hanfstaengl, Siegfried Wichmann, Alfred Winterstein, Klaus Gebhard, Christian Wolters und Karl-Heinz Dallinger 1965 den „Galerie-Verein“ zur Förderung von Kunst und Design im 20. sowie 21. Jahrhundert gründeten, war im Museum selbst das Verständnis für zeitgenössische Kunst noch wenig ausgeprägt. Heute, 50 Jahre nach seiner Gründung, ist der Verein besser bekannt als PIN und darf sich aufgrund seiner anhaltenden Unterstützung aller vier Sammlungen unter dem Dach der Pinakothek der Moderne als maßgeblicher Förderer der Münchner Kunstlandschaft rühmen. Denn ohne die Spenden, die PIN jährlich sammelt, wären zahlreiche hochkarätige Ausstellungen, Projekte und Ankäufe von Kunstwerken wohl gar nicht erst möglich gewesen. Ein regelmäßiger Höhepunkt in dieser Arbeit ist die Benefizauktion im Rahmen der PIN-Party, die am vergangenen Wochenende zum 13. Mal in München stattgefunden. Insgesamt 56 Werke von international bekannten Künstlern wie Cory Arcangel, Christian Awe, Georg Baselitz, Dieter Blum, Cosima von Bonin, Daniele Buetti, Borden Capalino, Francesco Clemente, Antony Gormley, Guyton/Walker, Hubertus Hamm, Charline von Heyl, Andy Hope 1930, Erez Israeli, Jutta Koether, Wolfgang Laib, Jim Lambie, Zilla Leutenegger, Adam McEwan, Ciara Phillips, Otto Piene, David Reed, Tomas Saraceno und Keith Sonnier fanden in diesem Jahr im Rahmen der Live Auction von CHRISTIE’S-Auktionator Andreas Rumbler sowie der Silent Auction durch das Münchner Auktionshaus Karl&Faber neue Besitzer – eingebettet in ein Fest, das bereits Wochen zuvor ausverkauft gewesen war und in diesem Jahr unter dem Motto „LET’S PARTY 4 ART“ stand. Zufrieden mit dem Ergebnis zeigt sich auch Esra Aydin, Sprecherin des Auktionshauses Karl&Faber, und macht deutlich, wie wichtig das PIN-Fest für München ist: „Wir freuen uns, dass bei der PIN-Benefizauktion erneut ein tolles Gesamtergebnis erzielt wurde. Jeder Bieter hatte nicht nur die Chance, ein wunderbares Kunstwerk zu ersteigern, sondern obendrein die Möglichkeit, durch seinen Beitrag die wichtige Arbeit der Pinakothek der Moderne zu unterstützen. Karl&Faber sieht sich gleichermaßen in der Verantwortung, an der Gestaltung und Erhaltung eines attraktiven Kunstangebots mitzuwirken – deshalb engagieren wir uns jedes Jahr sehr gerne an der Durchführung der Auktion und freuen uns bereits jetzt auf das nächste PIN-Fest!“ Seit letztem Jahr geht der PIN-Party zudem eine Zusammenarbeit mit dem Online-Auktionshaus Paddle8 voraus, mit der PIN ein weiteres Mal seine Arbeit ausweitet. So konnte man vom 07. bis 20. November bereits auf Paddle8 auf die 56 Kunstwerke bieten, bevor sie während des Fests von CHRISTIE’S und Karl&Faber ihre finalen Preise fanden. Liegt in diesem teils digitalen, teils physischen Konzept, das sich die in den USA bereits längst erfolgreichen Charityevents zum Vorbild nimmt und weiterdenkt, auch für Deutschland das Förderungskonzept der Zukunft? Die Zahlen und Namen legen dieses Fazit nahe: 2014 kamen knapp eine Million Euro Spenden zusammen. Dass die Münchner in den vergangenen Jahrzehnten in den vier Museen der Pinakothek der Moderne Einzelschauen von Künstlern wie Neo Rauch, Ellsworth Kelly, Barbara Kruger, Andy Warhol Jeff Wall und David Shrigley, zahlreiche interdisziplinäre Gruppenschauen und neu angeschaffte Werke von unter anderem Francis Bacon, Georg Baselitz, Joseph Beuys, Peter Doig sowie William Eggleston sehen konnten, verdanken sie ebenfalls maßgeblich der Arbeit von PIN. Ausgeruht wird sich darauf allerdings auch mit 50 Jahren Geschichte nicht. Stattdessen beweist PIN im Jahr 2015: Nicht nur die zeitgenössische Kunst wird hier leidenschaftlich gefördert, sondern ebenfalls die Förderung selbst immer wieder zeitgenössisch neu gedacht. Und die verknüpft die physische Welt mit der digitalen, die  soll aus München heraus auch internationale Kunstfreunde einbeziehen und die hat Lust, ebenso zu feiern wie selbst zu fördern. Hier finden Sie die Ausstellungen, Ankäufe und Projekte mit der Hilfe der PIN.-Party unterstützt werden sollen, in der Übersicht. [gallery title="Impressionen der PIN Party in München" caption="©Daniel Delang" ids="3196,3197,3198,3199,3200,3201,3202,3203,3204,3205,3206,3207,3208,3210,3211"]   Autorin: Teresa Köster