Hamilton Behind The Camera Awards

11.11.2016

[caption id="attachment_30139" align="alignnone" ]header_hamilton_lofficiel Hamilton Behind The Camera Awards 2016 ©Hamilton[/caption] Hamilton CEO Sylvain Dolla im Gespräch über die Symbiose von Film- und Uhrhandwerk, die männliche Leidenschaft für Uhren und den berühmten Zeitmesser von Matthew McConaughey Vergangene Woche wurden in Los Angeles die neunten Hamilton Behind The Camera Awards verliehen. Das Besondere an der jährlich stattfindenden Veranstaltung: geehrt werden nicht die Schauspieler, sondern die stillen Talente hinter der Kamera – die eigentlichen Helden der Filmindustrie. Denn was wäre ein Film ohne seine Handlung, seine Kostüme oder seine Musik? Ausgewählt wurden die diesjährigen Preisträger – darunter Drehbuchautoren, Requisiteure, Sound-Mixer und Kostümdesigner – aus Filmen, die in 2016 während der Filmfestspiele von Cannes, Toronto und Venedig oder im Zuge des American Film Institute Festivals gezeigt wurden. Unter anderem mit von der Partie: heiß diskutierte Oscar-Anwärter wie ArrivalFences oder La La Land. Überreicht wurden die Preise von Branchengrößen wie Matthew McConaughey, Natalie Portman, Denzel Washington und Ewan McGregor, die ihre Kollegen mit persönlichen Laudatien zu sich ins Rampenlicht holten. Wir waren vor Ort und haben uns mit Sylvain Dolla, CEO des Schweizer Uhren-Traditionshauses Hamilton, unterhalten. Herr Dolla, erinnern Sie sich an Ihre erste Uhr? Ja, es war eine Uhr von Swatch. Ich war ungefähr 12 Jahre alt, noch recht jung also. Was verbinden Sie mit dieser Uhr? Ich war damals sehr stolz auf diesen Besitz. Wann haben Sie dann begonnen, sich professionell für Uhren zu begeistern? Als ich CEO von Hamilton wurde und plötzlich stark in die Entwicklung des Produkts involviert war. Uhren sind ja keine bloßen Waren, sondern Lieblingsstücke, bei denen jede noch so kleine Einzelheit stimmen muss. Unsere Aufgabe ist es, sie bis ins kleinste Detail zu perfektionieren. Da steckt sehr viel Leidenschaft drin. Ist eine Uhr für Sie eher ein Schmuckstück oder ein Gebrauchsgegenstand? Definitiv ein Schmuckstück, eine Art, die individuelle Persönlichkeit auszudrücken. [caption id="attachment_30140" align="alignnone" ]high-res-1_sylvain-dolla_2015_original_14071 Hamilton CEO Sylvain Dolla ©Hamilton[/caption] Warum scheinen gerade Männer so eine große emotionale Verbindung zu ihren Uhren aufzubauen? Anders als wir Männer, schöpfen Frauen aus einer viel größeren Auswahl an Möglichkeiten, um sich und ihren Geschmack durch Schmuck oder Kleidung auszudrücken. Für uns bildet eine Uhr quasi das Kernstück, wenn es darum geht, den eigenen Stil zu unterstreichen. In vielen Fällen ist sie sogar das einzige Schmuckstück, das Männer besitzen. Welche Uhr würden Sie als Geschenk zum Uni-Abschluss ihres Sohnes auswählen? Tatsächlich muss mein Sohn gar nicht mehr bis zum Studiumsende warten, denn ich habe ihm bereits als Kind eine Uhr geschenkt – eine spezielle Hamilton Taschenuhr, die er später an seinen eigenen Sohn weitergeben soll. Das war ein sehr emotionales Geschenk, mein Sohn hatte Tränen in den Augen. Mit gerade mal zehn Jahren hat er sofort verstanden, was für einen persönlichen Wert eine Uhr haben kann. Besitzen Sie selbst auch so eine Uhr, die sich seit Generationen in Ihrer Familie befindet? Nein, leider nicht. Als mein Großvater starb, bekam mein Cousin seine Uhr. Er mochte sie wirklich gerne. Meine Uhren will ich ebenfalls an meine Enkelkinder weitergeben. Und zwar am liebsten so lange ich noch am Leben bin – damit ich sehen kann, wie sie sich darüber freuen. Hamilton Uhren werden in über 450 Filmen getragen. Wie haben Sie es geschafft, dass Hollywood Ihre Uhren anderen Marken immer vorzuziehen scheint? Wir arbeiten bereits seit 1951 mit Kostümdesignern aus Hollywood zusammen. Diese langjährigen Beziehungen sind durch nichts zu ersetzen. Man teilt die gleichen Werte, arbeitet mit der gleichen Leidenschaft. Sie wissen, dass sie bei uns Uhren bekommen, die exakt zu den Persönlichkeiten ihrer Charaktere passen. Wie wählen Sie die Uhren aus?  Meistens entscheiden das die Kostümbildner oder Requisiteure, aber natürlich machen auch wir uns Gedanken zu möglichen Konstellationen. Für Der Marsianer wurde zum Beispiel zunächst eine Uhr ausgewählt, die eigentlich zu klassisch für den Charakter war. Wir haben dann ein anderes, größeres Modell empfohlen: die Belowzero, die bis auf unter 1000 Meter wasserfest ist, also zu einem starken Charakter passt. Der Kostümbildner war begeistert! Für Matthew McConaugheys Charakter in Interstellar hat Hamilton die Uhr sogar eigens kreiert. Genau, die Hamilton Murph Watch haben wir in enger Zusammenarbeit mit dem Filmteam entwickelt. Es hat unheimlich Spaß gemacht, war aber auch eine große Herausforderung, denn wir hatten nur acht Wochen Zeit.

Wie würde eine Hamilton Uhr für James Bond aussehen? (Lacht) So ein Modell steht erst gar nicht zur Debatte, denn eine unserer Schwester-Firmen, Omega, ist der offizielle Uhrenhersteller für James Bond. Das respektieren wir natürlich! Die beiden sind sich schon so lange treu, da werden wir uns nicht dazwischen drängen. Mit dem Behind The Camera Award ehrt Hamilton die Menschen hinter den Filmkulissen. Haben Sie die Preisträger persönlich bestimmt? Nein, nicht alleine. Unsere Auswahl erfolgt in enger Zusammenarbeit mit einer einer Experten-Jury. Sie setzt sich aus Vertretern von L.A. Confidential – ein großes Hollywood-Magazin in Los Angeles – und anderen Experten der Filmbranche zusammen, wie zum Beispiel den Organisatoren der Oscars. Sind das alles Filme, in denen Uhren von Hamilton auftauchen? Auf keinen Fall. Mit unserem Award wollen wir die besten Kostümbildner, Requisiteure, Produzenten oder Drehbuchautoren auszeichnen. In der Vergangenheit wurden viele der Filme, die wir ehren, später auch bei den Oscars mit Preisen bedacht. Wir haben da also einen ganz guten Riecher. Gibt es Parallelen zwischen der Produktion einer Uhr und der Produktion eines Films? Einige sogar. In beiden Branchen sind die Menschen sehr passioniert, begeisterungsfähig. Genau wie Uhren, sind auch Filme sehr emotionale Produkte – sie transportieren Gefühle. Außerdem spielen die Details eine große Rolle: Wenn man eine noch so kleine Einzelheit übersieht, leidet am Ende das Resultat. [gallery ids="30132,30155,30134,30169,30153,30136,30171,30157,30135,30133"] Hamilton hat die erste batteriebetriebe Uhr und die erste digitale Uhr entwickelt. Was halten Sie persönlich von Smartwatches?  Nicht viel. Wir werden uns weiterhin auf die Weiterentwicklung mechanischer Uhren konzentrieren, denn auf diesem Gebiet sind wir Experten. Die heutigen Smartwatches sind bloße Gadgets, sie besitzen keinen ideellen Wert. Unsere Kunden wollen aber langlebige Produkte, die sie an ihre Kinder weitergeben können. Ich wurde schon oft gefragt, ob es nicht an der Zeit sei, auf diesen Zug aufzuspringen. Ich bin froh, dass wir uns klar dagegen entschieden haben. Wie erklären Sie sich diese anhaltende Begeisterung für mechanische Uhren, trotz der allgegenwärtigen Digitalisierung unseres Lebens? Das ist eine gute Frage. Das Digitale ist zwar spannend, aber eben auch sehr schnelllebig und vergänglich. Viele Menschen sehnen sich nach hochwertig und von Hand gefertigten Dingen, die sie eine lange Zeit begleiten werden. Eine Uhr ist zudem ein sehr persönliches und stark emotional beladenes Produkt – schließlich lassen wir sie sehr nah an unsere Haut. Ganz praktisch gefragt: Was sollte man mit einer mechanischen Uhr besser nicht anstellen? Man sollte sie zum Beispiel nicht durch die Luft werfen, wie es Matthew McConaughey in Interstellar vormacht. (lacht) Ansonsten sind die Uhren aber sehr robust und langlebig. Trotzdem sollte man sie gut pflegen. Genau wie ein Auto, muss auch eine Uhr nach einer gewissen Zeit gewartet werden, etwa alle drei bis vier Jahre. Was war der kürzeste Tag Ihres Lebens? Das war wohl der Tag, an dem mein Sohn geboren wurde. Gleichzeitig der kürzeste und der längste Tag meines Lebens. Einerseits habe ich alles so intensiv erlebt, dass die Zeit nur so zu verfliegen schien, andererseits habe ich mich zu jeder Sekunde so unglaublich lebendig gefühlt, dass alles still stand. Da haben Sie bestimmt oft auf die Uhr geschaut, oder? Nein, dafür war ich dann doch zu abgelenkt. (lacht) Sind Sie immer pünktlich? Ja, tatsächlich. Immer. Vielen Dank für das Gespräch. Die Hamilton Behind The Camera Awards 2016 gingen an: Kostümdesign: Mary Zophres | HAIL, CAESAR! | präsentiert von John Legend Ausländischer Film: in Empfang genommen von Ko-Produzent Axel Kuschevatzky | NERUDA | präsentiert von Peter Bogdanovich Drehbuch: Mike Mills | 20th CENTURY WOMEN | präsentiert von Ewan McGregor Film Editor: Maryann Brandon | PASSENGERS | präsentiert von Regisseur Morten Tyldum Produktionsdesign: Patrice Vermette | ARRIVAL | präsentiert von Amy Adams Haarstyling: Kenneth Walker | LOVING | präsentiert von Jeff Nichols Spezialeffekte: Craig Hammack | DEEPWATER HORIZON | präsentiert von Mark Wahlberg & Peter Berg Musik: Justin Hurwitz | LA LA LAND | präsentiert von John Legend Newcomer Regie: Barry Jenkins | MOONLIGHT | präsentiert von Mahershala Ali Newcomer Drehbuch: Luke Davies | LION | präsentiert von Dev Patel & Saroo Brierley Producer: Darren Aronofsky | JACKIE | präsentiert von Natalie Portman Soundmix: Kevin O'Connell, Rob Mackenzie and Andy Wright | HACKSAW RIDGE | präsentiert von Mel Gibson Animationsfilm: in Empfang genommen von Produzent Chris Meledandri | SING | präsentiert von Matthew McConaughey Kamera: Charlotte Bruus Christensen | FENCES | präsentiert von Denzel Washington Requisite: Craig Cheeseman | THE CROWN | präsentiert von Vanessa Kirby