"WOMEN: New Portraits" von Annie Leibovitz

19.10.2016

[caption id="attachment_28753" align="alignnone" ]women-new-portraits-by-annie-leibovitz-ausstellung-frankfurt-familie-montez-lofficiel Annie Leibovitz, New York City, 2012 © Annie Leibovitz[/caption] Yoko Ono, Meryl Streep, Kate Moss und sogar die Queen: Annie Leibovitz hat sie alle vor der Linse gehabt. Jetzt macht ihre neue Ausstellung „WOMEN: New Portraits“ bis zum 06. November Station in Frankfurt am Main Starke Frauen haben Annie Leibovitz schon immer fasziniert. Das ist nicht erst klar, seitdem die US-amerikanische Fotografin dem bekannten Pirelli-Kalender für dieses Jahr einen völlig neuen Look verpasste und statt der gewohnten Pin-ups so beeindruckende Damen wie Amy Schumer, Serena Williams, Patti Smith und Co. in Szene setzte. Auch in ihrer neuen Ausstellung „WOMEN: New Portraits“, die vom 14. Oktober bis zum 06. November in Frankfurt am Main zu sehen ist, dreht sich alles um spannende und starke Frauenfiguren. Von Hollywood über die Musik- und Kunstwelt bis hin zu Politik und Wirtschaft: Die neuen, von der UBS in Auftrag gegebenen Arbeiten, präsentieren Weiblichkeit in ihrer ganzen Bandbreite und zeigen, wie sich die Rolle der Frau über die Jahrzehnte gewandelt hat. Unter den Arbeiten befindet sich auch ein Porträt von Queen Elizabeth II. Auf das ist die Fotografin besonders stolz. Schließlich durfte sie als erste Amerikanerin überhaupt das Oberhaupt der britischen Monarchie mit der Kamera festhalten. [caption id="attachment_28634" align="alignnone" ]women-new-portraits-by-annie-leibovitz-ausstellung-frankfurt-familie-montez-lofficiel Malala Yousafzai, Birmingham, England, 2015 © Annie Leibovitz from WOMEN: New Portraits[/caption] Was aber nur wenige wissen: mit der Fotoreihe führt Annie Leibovitz eine Idee weiter, die sie und ihre damalige Lebensgefährtin, die Schriftstellerin Susan Sontag, schon vor knapp 15 Jahren gemeinsam umzusetzen begannen. Beide lernten sich 1988 kennen und blieben bis zu Sontags Tod 2004 ein Paar. Ihre Serie „Women“ feierte 1999 zum ersten Mal Premiere. Auch diese frühen Werke sind in der aktuellen Ausstellung zu sehen, mit der Annie Leibovitz noch bis Ende des Jahres durch die ganze Welt tourt, darunter Metropolen wie London, San Francisco, New YorkMailand und eben Frankfurt am Main. [caption id="attachment_28794" align="alignnone" ]01_annie_leibovitz_lofficiel Annie Leibovitz © Annie Leibovitz from WOMEN: New Portraits[/caption] Parallel arbeitet die einstige Chef-Fotografin des Rolling Stone und Mitbegründerin der Vanity Fair weiterhin als Werbefotografin, macht Reportagen und setzt andere kommerzielle Projekte um. Eines ihrer bekanntesten Bilder: die Aktaufnahme von John Lennon für den Rolling Stone, bei der er sich beinahe Schutz suchend an die völlig bekleidete Yoko Ono klammert. Kurz danach wurde der Ex-Beatle vor seinem Haus in New York erschossen. Ähnlich aufsehenerregend auch das seinerzeit skandalträchtige Cover der hochschwangeren Demi Moore oder ganz druckfrisch das erste offizielle Foto-Shooting von Caitlyn Jenner nach ihrem Outing als Transgender. Dazu kommen verhältnismäßig klassische Aufnahmen, wie die mehrjährige Zusammenarbeit für die „Leading Ladies“-Kampagne der britischen Traditionsmarke Marks & Spencer sowie natürlich zahlreiche Bildbände und Ausstellungen. Privat lebt die 67-Jährige und Mutter dreier Kinder heute eher zurückgezogen. Bei all dem Ruhm und Hype um ihre Person sei ihr das auch gegönnt. Ihre Bilder erzählen schließlich umso mehr von ihrem bewegten Leben. Nur eines reizt die Frau, die eigentlich schon alle vor der Linse hatte, dann doch noch: Angela Merkel fehlt bisher in Annie Leibovitz’ Reihe starker Frauen. Die hat aus zeitlichen Gründen leider immer abgesagt. "WOMEN: New Portraits" von Annie Leibovitz ist noch bis zum 06. November 2016 im Kunstverein der Familie Montez zu sehen. Realisiert wurde die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Museum für moderne Kunst.