Raf Simons Nostalgie

08.08.2016

[caption id="attachment_22802" align="alignnone" ]Black Palms, 1998 © Raf Simons Black Palms, Spring Summer 1998 © Raf Simons[/caption]

Spekulationen über die Zukunft von Raf Simons bei Calvin Klein gibt es genug – wir werfen einen Blick auf das bisherige Werk des belgischen Modedesigners

Seitdem Raf Simons in der vergangenen Woche offiziell zum Chief Creative Officer von Calvin Klein ernannt wurde, allerdings noch nicht fest steht, wann seine erste Kollektion für das Haus präsentiert wird, passiert in der Zwischenzeit vor allem eins: Es wird maximal spekuliert. Wagt das Label einen Neuanfang, indem es mit Simons mehr Platz für kreative Freiheit einräumen wird? Werden alte Marketingstrukturen dadurch aufgelöst? Wie wird Simons, bekannt für seinen intellektuell-belgischen Stil einen amerikanischen Großkonzern prägen? Und gleichzeitig: Raf Simons und Calvin Kleins DNA – doch zu identisch? Die Fragen überschlagen sich in den letzten Tagen und die Presse zeigt ein erstaunliches Mitteilungsbedürfnis. Manches interessant, gleichzeitig alles irrelevant – eben bis zur ersten Präsentation. Der Einzige, der dabei schweigt, ist Raf Simons selbst. Was sollte er auch sagen; ein Designer seiner Größe wird sich bei dem ein oder anderen Schritt sicherlich etwas dabei gedacht haben. Verhalf Simons doch zuvor dem französischen Traditionshaus Dior, eine deutlich kontemporärere Linie einzuschlagen. Bei Jil Sander – ein Haus, berühmt für seinen dogmatischen Minimalismus – hinterließ er ein ewiges Vermächtnis an poetischer Weiblichkeit und seit den 90er Jahren etablierte er ebenso seine eigenen Marken Raf Simons und Raf Simons 1995 (ehemalig Raf by Raf Simons).

Fest steht, dass das neue Kapitel Raf Simons x Calvin Klein in diesem Augenblick noch der Zukunft gehört. Bis dahin nutzen wir in diesen Tagen die Gelegenheit, in unseren L'Officiel-Archiven zu schwelgen. Ein wenig auch, um das einzig sichere in diesem Moment zu finden: das bereits Vergangene. Ein Blick auf fünf der interessantesten Kollektionen aus Raf Simons meisterhaftem Portfolio:

[caption id="attachment_22785" align="alignnone" ]Bildschirmfoto 2016-08-04 um 18.09.29 ©L'Officiel Paris[/caption]

Raf Simons, Spring 2010 Eine Kollektion der Silhouetten, so makellos wie immer und in der einen Farbe, die er kennt: Schwarz. Die gesamten Entwürfe wurden monochromatisch aufgebaut, Blousons und Hosen passgenau geschnitten. Das kreative Paradox der Kollektion damals? Oversized Trenchcoats, gehalten von weiten Gürteln, die an japanische Obi erinnern.

[caption id="attachment_22787" align="alignnone" ]Bildschirmfoto 2016-08-05 um 10.54.04 ©L'Officiel Paris[/caption]

Raf Simons, 2008 Die Message von Raf Simons für 2008 war klar: Stop connecting into myspace, connect into the real world! Simons entwarf eine Kollektion, die nach Abenteuer und Kuriosität rief. Die Entwürfe scheinen ungewöhnlich sorglos und freiheitsverliebt für Simons. Konventionelle Proportionen wurden durch überlange Shirts ersetzt, kurze Hosen aus verschiedenen Stoffen gefertigt.

[caption id="attachment_22789" align="alignnone" ]Bildschirmfoto 2016-08-05 um 10.57.13 ©L'Officiel Paris[/caption]

Jil Sander, Spring Summer 2011 Simple weiße T-Shirts als Begleiter großzügiger Röcke. Die Kollektion erinnert an die Einfachheit der Formen Christobal Balenciagas, gepaart mit Yves Saint Laurents reicher Farbpalette. Diese Nostalgie wurde von Simons in typischer Weise gebrochen mit modernsten Textilien. 

Raf Simons, Spring Summer 1998 Eine seiner ersten Kollektionen nannte Raf Simons Black Palms. Er zeigte eine avangardistische Linie, bei der er den "Skinny Suit" wieder hat aufleben lassen und konventionelle Basics in begehrenswerte Stücke verwandelte. [caption id="attachment_22795" align="alignnone" ]02_Raf_Lofficiel ©L'Officiel Paris[/caption]

Jil Sander, Fall 2007 Raf Simons erstellte während der Zeit bei Jil Sander seine ganz eigenen Referenzen – brachte eine femininere Linie in die Markenidentität, ohne dabei die Klarheit der Marke zu verlieren.  Diese Kollektion ist ein Musterbeispiel dafür. Grafisch und pur, feminin und bestimmt.