Kunst

Der Steidl-Standart

In Göttingen gibt es nicht nur nette Menschen, sondern auch den Verleger Steidl, der bekannt ist für die hochwertigsten Fotodrucke und Publikationen der letzten Jahrzehnte – darunter Meisterwerke, Bestseller und einige Raritäten.
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Gerhard Steidl
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Hollywood, 1967. Auszug aus "Face the Camera", ein Buch über den Fotografen Robert Lebeck, erschienen 2016 bei Steidl.
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Ein Bild der amerikanischen 1950er, festgehalten von Robert Frank, 2014 bei Steidl publiziert
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New york, 1981. Foto von Ernst Haas aus "Color Correction", erschien 2016 bei Steidl.
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New Orleans, 1960. Foto von Ernst Haas, aus dem Band "Color Correction", 2016 publiziert bei Steidl.
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Central Park, 1991. Auszug von "In Color" von Bruce Davidson, publiziert bei Steidl 2014.

„Ich kann nicht ohne den Geruch von Papier und Tinte leben“, sagt Gerhard Steidl, der seine erste Druckerei 1968, im Alter von 18 Jahren, gründete. Heute arbeitet er nur ein paar hundert Meter von dem Standort einer Originalausgabe der Gutenberg-Bibel entfernt. Mit den Jahren hat Gerhard Steidl viele Klassiker publiziert: The Americans von Robert Frank, Sammelbände von Juergen Teller oder das legendäre A Harlem Family 1967 von Gordon Parks. Darunter finden sich auch Raritäten wie die Publikation von Paolo Roversi, das von Hand gebunden ist. Er begegnete Beuys und Andy Warhol ... und kaufte in einem Anflug von Kühnheit die Rechte an den künstlerischen Arbeiten von Günther Grass im Jahr 1993. Aus der langjährigen Zusammenarbeit mit Karl Lagerfeld (seit 1994) gingen bisher vierzig Bücher hervor, darunter das Scrapbook of a Cat. Dennoch bleibt Steidl neugierig und widmet sich auch jungen, unbekannten Talenten wie Alec Sloth, damals noch Student, bevor er zur Fotoagentur Magnum kam. Für das Haus von Chanel veröffentlicht er zudem Kataloge und Einladungen. Damit jedem Buch die nötige Aufmerksamkeit zukommen kann, entwickelt Steidl die einzelnen Werk am liebsten in direkter Zusammenarbeit mit den Autoren. Zu diesem Zweck hat er in der Nähe der Druckerei eine Unterkunft für seine Gäste eingerichtet. Aber Vorsicht: die Zigarettenpausen sind minutiös geplant und auf dem Speiseplan befinden sich ausschließlich vegetarische Gerichte (mit Ausnahme für Ed Ruscha, der auf seine Schnitzel besteht). Steidls Werke erscheinen außerdem als Begleitkatalog zu zahlreichen großen Ausstellungen. An dieser Stelle fügt sich ein Zitat des Fotografen Robert Polidori ein: "Digitalie Fotografie ist dafür gemacht vergessen zu werden, die Analoge um sich zu erinnern." 

 

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