Kunst

Ausstellungstipp: Seascapes von Jennifer Burtchen

Mit ihrer ersten interdisziplinären Ausstellung Seascapes unternimmt die Berliner Künstlerin Jennifer Burtchen den Versuch einer Annäherung an die Naturerscheinung Wasser anhand verschiedener künstlerischer Ansatzpunkte und Perspektiven.

Jennifer Burtchens großformatige, radikal leere Zeichnungen zeigen Wasser als riesige, auf den ersten Blick statische Masse. Scheinbar endlos aneinandergesetzte, schmale Striche verbildlichen bei der näheren Betrachtung die Geschwindigkeit der Wassermassen. Die Dichotomie von Statik und Bewegung provoziert Irritation im Betrachter, untergräbt dessen Identifikationsverlangen.

Das Ausbleiben der Horizontlinie, die Abstrahierung in klare Formen mit deutlichen Konturen und die monochromen Flächen versehen die Naturgewalt mit einer Unmittelbarkeit, die den Betrachter direkt konfrontiert und ihm gleichzeitig einen Spiegel vorhält.

In Abbildungen der physikalischen Eigenschaften und insbesondere der beständig reißerischen Kraft des Meeres verhandeln die Malereien der jungen Berliner Künstlerin die Kategorie des Erhabenen.

Das Impasto unterstreicht die Reflexion und Beweglichkeit des Elementes, die Farbschichten interpretieren die schaukelnde Wasseroberfläche und erzeugen so den Eindruck ständiger Bewegung.

Eine Skulptur mit porzellanglatten Flächen, klaren Formen und teils zufälliger Anordnung beschäftigt sich spielerisch mit der Unvorhersehbarkeit von schäumenden Wassermassen, der Rhythmik der Wellen und der unendlichen Weite der See. Die Anordnung der Formen innerhalb der Skulptur sind dabei einmalig und nicht reproduzierbar.

Außerdem sind zwei Fotografen, Tilman Brembs aus Portland, USA und Delaney Allen aus Berlin, eingeladen, sich mit ihren Arbeiten zum Sujet der Ausstellung zu positionieren.

DelaneyAllen_Seascapes_001.png
© Delaney Allen
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© Tilman Brembs

Jennifer Burtchens Seascapes wird am 11.August 2017 um 20:00 Uhr eröffnet und noch bis zum 19.August 2017 (täglich von 15.00 bis 19.00 Uhr) gezeigt. Rosa-Luxemburg-Str.16, Berlin-Mitte.

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