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Wiederentdeckt

Die Welt trinkt ihn, nur in Deutschland ist er eher unbekannt – Champagner aus dem Hause Mumm
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Bei Omas 80. Geburtstag, zu Weihnachten oder zur Konfirmation – seit Jahrzehnten gibt es in Deutschland zu besonderen Anlässen Mumm. Immerhin gehört der zu den meistgetrunkenen Sektsorten der Republik. Wenn man allerdings in den USA, England oder Frankreich von Mumm spricht, geht es um ein edleres Prickeln. Denn hinter dem gleichen Namen versteckt sich auch die drittgrößte Champagnermarke der Welt – nach Moët & Chandon und Veuve Clicquot. 

Aber nochmal ganz von vorn. Im Jahr 1827 gründeten die deutschen Brüder Gottlieb, Jacobus und Philipp Mumm das Haus Mumm. Heute gibt es die Champagnermarke G.H.Mumm, die zum Konzern Pernod Ricard gehört und ihren Sitz in der Champagne in Reims hat und das Sekthaus Mumm, das 2002 von Rotkäppchen übernommen wurde. Obwohl auch das Champagnerhaus deutsche Wurzeln besitzt, ist die Marke zwischen Sylt und Allgäu so gut wie unbekannt. Doch das soll sich nun ändern. Einer der daran maßgeblich mitarbeitet ist der neue Kellermeister Laurent Fresnet, seit Anfang 2020 an Bord.

Schon immer war das Streben nach Exzellenz ein Grundsatz der Maison Mumm. Der Ehrgeiz war es, ein großes Champagnerhaus aufzubauen, das auf Weinen von tadelloser Qualität beruht. Mit der Vision, dem Optimismus und der Energie, die die Maison von der Gründung bis heute kennzeichnen, haben die Partner strenge Kontrollen und Aufsichten in jedem Teil des Weinherstellungsprozesses etabliert. Und dazu gehörten auch schon immer Innovationen: So hat das Haus als erstes bereits 1838 Weinpressen direkt im Herzen seiner Weinberge aufgestellt. Diese bahnbrechende Praxis ermöglichte es ihnen Saft von bester Qualität zu erhalten, ohne das Risiko, empfindliche Trauben während des Transports zu beschädigen. Diese Technik wurde zur Standard Praxis in der Champagne. Eine besondere Bindung gab es von Anfang an zum Pinot Noir. Immerhin erwarb Mumm 1840 seine ersten Grundstücke in Verzenay, gelegen am Nordhang der Montagne de Reims. Das Dorf war, sowohl damals wie heute, bekannt für die Exzellenz seines Pinot Noir. Heutzutage dominiert die schwarze Traube die Weinberge der Maison Mumm in der Champagne, die rund 78 Prozent des gesamten Terroirs ausmachen. Insgesamt verfügt die Maison über 218 Hektar Weinberge, von denen 160 in Grand Cru-Dörfern gelegen sind. 

Das emblematische rote Band (Cordon Rouge), das jede Flasche ziert, wurde schnell zum Wiedererkennungsmal. Als Inspiration dafür diente die rote Schärpe der französischen Ehrenlegion, einem Symbol für Exzellenz. Somit wurde im Jahr 1876 das Markenzeichen »Cordon Rouge« gegründet, was seither als Symbol für Mumm steht. Original noch als echte Schärpe ist das ikonische Mekmal heute in haptischer Form in das Flaschenglas eingelassen.

Anlässlich des 140. Jubiläums des »Cordon Rouge« im Jahr 2016 lancierte G.H. Mumm zum ersten Mal den »Grand Cordon«-Champagner. Er besteht überwiegend aus der Traube Pinot Noir, der charakteristischen Rebsorte des Hauses, die dem Champagner Kraft und Struktur verleiht, abgerundet mit der Eleganz der Chardonnay Traube sowie der Fruchtigkeit von Pinot Meunier. 300 Grundweine aus über 100 verschiedenen Crus vereinen sich zu einer harmonischen Sinfonie. Der über 20 Monate gereifte Champagner begeistert durch seine komplexen und intensiven Aromen und seiner feinen Perlage. Er ist sehr frisch mit Noten von reifen Früchten, Vanille und Karamell mit einem langen Abgang.

 

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