Fashion

Wie alles begann

Mit »Very Ralph« erweist Susan Lacy einem der berühmtesten Designer der amerikanischen Modegeschichte gebührende Ehre
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Es ist schwer zu glauben, dass dem Leben einer der wichtigsten amerikanischen Designer per se noch kein Dokumentarfilm gewidmet wurde. Dem hat Susan Lacy mit dem am 12. November auf HBO und Sky erscheinenenden Dokumentarfilm »Very Ralph«, der das Leben und Werk von Ralph Lauren in den letzten 50 Jahren thematisiert, entgegengwirkt.

Die Definition des American Dreams

Ralph Lauren verkörpert den fulminanten sozialen und finanziellen Aufstieg, in einem Land in dem man nie groß genug träumen kann. Als Sohn askenasischer Juden aus Weißrussland wuchs er in der New Yorker Bronx auf. Sein Gefühl für Familie und Community stammt sehr wahrscheinlich noch aus dieser Zeit. So auch sein Geschmack für gute Materialien und kostspielige Kleidung. Ihm wird nachgesagt, dass er bereits mit 12 Jahren durch den Verkauf von Krawatten an seiner Schule Geld verdient hat und dieses direkt für Anzüge ausgab. 

1967 bringt er seine eigene Krawattenkollektion auf den Markt und legt somit den Grundstein für sein bis heute bestehendes Imperium. Mehr als 50 Jahre später stehen die verschiedenen Linien der Marke für klassische aber nicht monotone Eleganz, die sich durch Qualität und stilistische Langlebigkeit auszeichnen. Seine fröhlichen Kampagnen sind aufwendig inszeniert, dabei steht Familie immer im Vordergrund. 

Reflektionen zu seinem Werdegang sowie ausführliche Interviews des Designers geben einen noch nie zuvor gezeigten Einblick in seine Arbeit sowie in sein Privatleben, mitsamt Kindheit und seiner seit über 50 Jahren bestehenden Ehe zu Ricky Anne Low-Beer. Lauren war auch einer der ersten Designer, der um seinen Namen eine komplette Lifestyle-Marke aufbaute und sein Business sogar auf Interior erweiterte. Auch beim Thema Diversity ist er in seinen Kampagnen und auf dem Runway der Industrie schon lange ein Schritt voraus. 

Amerikanische Ikonen

Susan Lacy steht hinter der auf HBO und Sky ausgestrahlten Produktion die am 12. November auf dem amerikanischen Sender zu sehen sein wird. Die amerikanische Regisseurin und Produzentin widmet ihre bereits mehrfach ausgezeichnete Arbeit amerikanischen Kulturikonen und thematisierte bereits die Vita Jane Fondas oder Spielbergs filmisch.

Archivmaterial aus mehr als fünfzig Jahren wird in diesem Dokumentarfilm mit Interviews zahlreicher Persönlichkeiten aus der Mode- und Kunstszene verbunden: Anna Wintour, Karl Lagerfeld, André Leon Talley, Robin Givhan, Jason Wu, Naomi Campbell, Calvin Klein, Diane Von Fürstenberg und Modekritikerin Vanessa Friedman teilen u.a. ihre Impressionen und Meinung mit dem Zuschauer.

 

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