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Weiß(t) du schon?

Reinschlüpfen und wohlfühlen: nachhaltige Sneaker aus Berlin
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Es soll noch immer Menschen geben, die keine weißen Sneaker besitzen. Oder zumindest nicht die Perfekten. Dabei gehören sie mittlerweile zu jeder besseren Garderobe - für Frauen und für Männer. Sie sind längst mehr als Trend, sonder zum Klassiker avanciert. Ein junges Label aus Berlin hat nun ein Modell entworfen, dass sich so ziemlich mit jedem Outfit kombinieren lässt. Bei Kulson stehen neben dem zeitlosen Design der Sneaker die inneren Werten im Vordergrund. Das Fußbett ist aus recyceltem Material, die Schuhe sind umweltfreundlich in Europa hergestellt. Plus: Das Unternehmen spendet vier Prozent seines Jahresumsatzes an Organisationen, die unsere Ozeane säubern. Kulson Sneaker sind im Online-Shop erhältlich.

Im Interview spricht Gründer und Geschäftsführer Benjamin Hoffmann darüber, wie es zum starken Auftritt kam:

Weiße Sneaker gibt es ohne Ende, warum habt ihr noch einen auf den Markt gebracht?
Benjamin Hoffmann: Ja, in der Tat gibt es da sehr viele, aber aus unserer Sicht eben noch nichts, was exakt unseren Vorstellungen vom perfekten Schuh entspricht. Qualität und Quantität sind ja zwei sehr unterschiedliche Dinge. Die Idee für unseren Schuh kam mir nach einer frustrierenden Einkaufstour durch Berlin mit immer den gleichen, teils wirklich hässlichen Sneakern, die ich schon auf dem Weg dorthin auf der Straße zig mal gesehen hatte. Nachdem ich in fünf Läden nichts Passendes gefunden habe, dachte ich mir: Warum mach ich das nicht einfach selbst?
 
Was genau hat Dir bei den vorhandenen Modellen nicht gefallen?
BH: Zunächst urteilt natürlich das Auge. Allein vom Design her fällt schon mal vieles raus: zu klobig, zu viel Schnickschnack, zu sehr einem kurzfristigen Trend folgend. Die sogenannten Ugly Sneaker zum Beispiel, die momentan häufig zu sehen sind, werde ich wahrscheinlich nie so richtig verstehen. Weiter geht es dann beim Material. Ich will Schuhe aus hochwertigem Leder, die lange halten. Und nicht zuletzt störte mich der Herstellungsprozess. Viele hochpreisige Marken lassen billig in Asien produzieren, die günstigen eh. Die Arbeitsbedingungen und der dortige Umgang mit der Umwelt sind zu oft miserabel. Das wollen wir besser machen.
 
Und Ihr habt das alles perfektioniert? Design, Material, Herstellung.
BH: Genau. Das Design ist stark skandinavisch geprägt. Die schlichten, klaren Linien, das betont Minimalistische habe ich während meines Studiums in Kopenhagen lieben gelernt. Beim Material sind wir in Portugal und Italien fündig geworden. In Portugal sind mein Geschäftspartner Jakob Burger und ich früher oft zum Surfen gewesen und waren begeistert von Land und Leuten. Die Schuhe werden dort in der Nähe von Porto unter fairen Bedingungen in kleinen Stückzahlen mit höchsten Qualitätsansprüchen und feinstem italienischen Leder sorgfältig vernäht. Mit der Achse Skandinavien – Deutschland – Italien – Portugal haben wir ein durch und durch europäisches Produkt geschaffen, auf das wir stolz sind.
 
Deine Liebe zum Ozean hat Euch nicht nur für den Produktionsstandort Portugal inspiriert, sondern hatte auch Einfluss auf Euer Geschäftsmodell. Was haben Eure Sneaker mit dem Erhalt der Ozeane zu tun?   
BH: Wir spenden jedes Jahr vier Prozent unseres Umsatzes an Organisationen, die dabei helfen, die Ozeane sauber zu halten bzw. diese wieder aufzubauen. Im letzten Jahr haben wir an ‘The Great Bubble Barrier’, ‘One Percent for The Planet’ und ‘Healthy Seas’ gespendet. Diese drei Unternehmen ziehen tonnenweise Plastikmüll und alte Fischernetze aus dem Meer. Es wäre schlimm, wenn unsere Enkel Schildkröten und Wale nur noch aus alten Büchern kennen würden. Spenden sind übrigens nicht der einzige grüne Aspekt unseres Unternehmens. Das superbequeme Fußbett unserer Sneaker besteht aus einem Memory Foam, der aus recycelten Textilabfällen hergestellt wird, das sich immer wieder dem Fuß anpasst. Dadurch, dass wir auf gute Verarbeitung und Qualität enorm Wert legen, halten die Schuhe ewig und sind somit ressourcenschonend.
 
Ihr bietet nur ein einziges Sneaker-Modell an, das auch noch unisex ist, warum?
BH:  Weniger ist manchmal mehr. Kulsons sollen nicht irgendwelche Schuhe sein, Kulson soll der Lieblingsschuh sein. Ein klein wenig haben wir unsere Palette aber mittlerweile erweitert, zumindest was die Farben angeht. Wir haben jetzt auch einen komplett oliv-grauen Schuh im Sortiment mit einer wirklich besonderen und gelungenen Farbe und ein weißes Modell mit rosa Sohle. Der läuft etwas besser bei Frauen, aber ich versuche, den Männern da Mut zu machen. Wenn man also keine Probleme mit seiner Männlichkeit hat, ist die rosa Sohle der Hammer und aktuell sogar mein Favorit.
  
Ein Blick in die Zukunft. Habt Ihr keine Angst, dass der weiße Sneaker mal aus der Mode kommt?
BH: Weiße Sneaker werden genau wie schwarze Anzüge immer im Trend liegen. Und nachhaltige Geschäftsmodelle, die sich für eine saubere Umwelt und faire Produktionsbedingungen einsetzen, werden immer wichtiger. Unser Ziel ist es, weiter zu wachsen und dabei unseren Idealen treu zu bleiben.  

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