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Savoir-faire: Die Geheimnisse hinter dem ersten Look der Dior Cruise Show 2020

Dior hat sich das Herz Marrakechs, den beeindrucken El Badi Palast, für die Präsentation der Cruise 2020 Kollektion ausgesucht. Dem Anlass gemäß setzte Maria Grazia Chiuri das einzigartige und nur wenig bekannte Know-how marokkanischer Kunsthandwerkerinnen ein.
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Marokko, in einem kleinen Dorf des marokkanischen Antiatlas-Gebirges, etwa fünf Stunden Autofahrt von Agadir entfernt: Zur Präsentation seiner Cruise-Show 2020 in Marrakech hat das Haus aus der Pariser Avenue Montaigne das Augenmerk auf lokales Kunsthandwerk legen wollen. Eine schöne Initiative, die der erste Look der Show eklatant widerspiegelt: ein unglaublicher Wollmantel, in Zusammenarbeit mit der Sumano-Assoziation, die sich für die Verbreitung und den Erhalt dieser einzigartigen Techniken der Weberinnen aus der Region einsetzt.  

In einem vom Modehaus veröffentlichten Video zeigt Dior die verschiedenen Etappen der Konfektion des famosen Opera Coats. Die Motive entstehen dank einer bestimmten Färbemethode auf großflächigen Stoffbahnen und lokal wachsender, färbender Pflanzen. Der daraus resultierende Farbverlauf besteht aus braunen, himbeerroten und orangenen Tönen. Je nach Jahreszeit ernten die Handwerkerinnen Krapp, Nussbaumrinde oder Granatäpfel. Sie lassen sie trocknen, zerkleinern sie mit einem Mörtel, und kochen sie anschließend. Dann kommt auch der Stoff in die großen Töpfe, wo er sich mit Farbe vollsaugt. Dieser wird danach gespült und zum Trocknen aufgehängt, bevor ein anderer Teil  angegangen wird. Die Weberinnen benutzen zusätzlich auch eine Färbemethode, die durch das Auftragen von Henna erfolgt. Dazu wird die Paste mit frischem Wasser und Zitrone vermischt. Die Intensität der Farbe hängt von der Anzahl an aufgetragenen Schichten ab. 

Die Cruise-Show des Hauses war demnach eine Chance für dieses marokkanisch Know-how, entdeckt und im Anschluss darauf geschätzt zu werden. Auf nationaler und internationaler Ebene ist es noch nicht genug anerkannt. Die Idee ist es demnach, diesen Frauen eine durchgängige Produktion zu ermöglichen, damit sie ein regelmäßiges Einkommen beziehen können. 

 

Eine Ode an die marokkanische Handwerkskunst

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