Fashion

Nobis Nomadentum

Sie entwirft an der Puppe und präsentiert in Paris – Nobieh Talaeis Kreationen bewegen sich an der Schwelle zwischen Orient und Okzident
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Made in Germany ist in der Modebranche ein eher skeptisch beäugtes Gütesiegel. Nobieh Talaei hat ihr Label trotzdem auf Basis dieses Prädikats aufgebaut. Mit Erfolg. Nach ihrem Abschluss an der Esmod Berlin wird die gebürtige Iranerin vom Fashion Council Germany betreut. Das war 2003. Danach nahm sie sich Zeit, um die Kreativ-Branche besser kennenzulernen, und arbeitet währenddessen für renommierte Modehäuser und im Bereich des Interior-Designs. 
2015 launcht die Wahlberlinerin schließlich ihr eigenes Label, Nobi Talai. Ihre Initialien koinzidieren seither mit dem einen Element, das ihre Entwürfe konstant beeinflussen wird, dem Nomadentum. Beide Buchstaben werden auch zur Grundlage der Kollektionsnamen. 
Talais Großmutter war Nomadin und fertigte Hochzeitskleider. Den Lebensstil ihrer Vorfahren übersetzt die Designerin in Form einer wandelbaren Garderobe, die auf Layering, Schlaufen und Gurten basiert. Nur folgt sie dabei nicht irgendeinem Trend, sondern ihren eigenen Wurzeln. Und schreibt so ihre Familiengeschichte weiter. 

Die letzte Kollektion, NT07, beruht auf einer erdigen Farbpalette, die ab und an von vibrierendem Orange aufgebrochen wird. Das Logo des Labels, ein abstrakter Granatapfel, lässt sich in großen Ohrringen wiederfinden. Perserteppiche werden als Überwurf getragen oder in Taschen umgewandelt und klassische Seidentuchmotive auf Kleider übertragen. Breite und schmale Plissees, in Kombination mit fließenden Stoffen oder mit asymmetrischem Saum, spiegeln die Vielseitigkeit nomadischer Bekleidung wider.

Seit 2016 zeigt Talai ihre Kollektionen auch im Rahmen der Pariser Modewoche. Ihre Präsenz in der französischen Hauptstadt beweist, dass deutsche Mode auch international ihren Platz gefunden hat.

 

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