Fashion

Diese großen Labels verzichten auf prominente Testimonials

von Annalena Graudenz, Usa
12.02.2018
Brands casten diese Saison neue Gesichter – und nein, es sind keine typischen It-Girls

Wenn es um Werbung geht, setzen Labels auf möglichst prominente Namen für ihre Kampagnen. Egal ob Model, Schauspieler oder Social-Media-Influencer – je berühmter, desto besser. Kontroverse Bilder sollen für Aufmerksamkeit sorgen. Das Ergebnis dieses Trends? It-Girls wie Kendall Jenner oder Kaia Gerber sind in einem Moment Botschafter für eine lässige Sportmarke und im nächsten werben sie für edle Couture. Wenn wir bei unterschiedlichen Labels immer wieder die gleichen Gesichter sehen, verwässert die Identität und die Marken unterscheiden sich in unserem Bewusstsein kaum noch. Der Verbraucher wird desensibilisiert und schaut nicht mehr richtig hin. Er ist gelangweilt. 

Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, haben sich einige Brands in letzter Zeit für einen völlig anderen Weg entschieden. Ein Gegenschlag zu den unzähligen Star-besetzten Werbe-Deals. Das französische Kosmetikunternehmen Sephora lancierte eine ganz besondere Kampagne. Mehr als 1.000 eigene Mitarbeiter wurden aufgefordert, einen Video-Beitrag einzureichen, um dabei zu sein.

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Sephora Holiday Campaign

Das Pariser Label Y / Project präsentierte das gesamte Atelierteam, einschließlich der Praktikanten, für seine Spring 2018-Kollektion. Das Fotoshooting glich einem Betriebsausflug, der das Unternehmen in die Vororte von Paris führte. Es wurde geschwommen und auf Pferden geritten. Kreativdirektor Glenn Martens sagte Dazed, dass er die Individualität der Y / Project-Familie feiern wolle, so dass "jeder [Mitarbeiter] Teil der Geschichte der Marke ist".

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Y/Project SS18
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Auch Designer Demna Gvasalia folgt diesem Trend mit seinen Labels Vetements und Balenciaga Frühjahr 2018. Für seine Menswear-Kollektion wurden Passanten von Gvasalia in den Straßen Zürichs fotografiert - ein ungestelltes Bild eines Paares mit ihrem Baby, ein alter Mann, der ungeschickt vor einem Erotikladen posiert, und ein Tourist, der eine  Landkarte hält.

Also, ist das alles ein psychologischer Trick, um Konsumenten anzusprechen? Wahrscheinlich. Funktioniert er? Bestimmt. Und wir haben das Gefühl, dass wir in Zukunft mehr von solchen Kampagnen sehen werden.

Vetements
Vetements
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Vetements

Bilder: PR

Text: Annalena Graudenz

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