Fashion

In Sachen Trends ganz weit vorne

Paris, Mailand, New York nehmt euch in Acht – Mode aus Korea sorgt für Begeisterung
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K-Pop, K-Beauty, K-Fashion – Südkorea ist angesagt wie nie und zwar nicht nur in Asien, sondern auch bei uns. In der Restaurantsszene hat sich die Korea-Begeisterung längst offenbart. Das koreanische Barbecue Bulgogi oder Bibimbap, ein Reisgericht mit verschiedenen Gemüsesorten, etwas Rindfleisch und einem Spiegelei obendrauf, werden in den vielen neuen koreanischen Restaurants in Szenevierteln in Berlin, Hamburg oder München eifrig bestellt. Vorbei die Zeit, in der man das zehnstufige Programm der K-Beauty nur im Urlaub in Fernost genießen konnte. Trends hin oder her ist es in der Mode noch immer so, das die alteingesessenen Modemetropolen wie Mailand, Paris oder New York etwas starr geworden sind. Denn die zehn Millionen Metropole Seoul weiß, wie man Trends schafft. Und einen Begriff gibt es dafür natürlich auch schon: Hallyu steht für die Begeisterung für südkoreanische Trends aus Mode, Musik, Beauty und Küche. Wer Lust auf extravagante und dennoch tragbare Mode von den vielversprechensten Designtalenten aus Südkorea hat, sollte schnell einen abstecher zur Online-Präsenz des Voo Store Berlin machen. Das von der Seoul Design Foundation organisierte 1O Soul Project präsentiert eine Auswahl der besten Designer Koreas, um sie im Rest der Welt bekannt zu machen, falls sie das nicht schon sind.

BOURIE

Im Jahr 2014 gründete die Designerin Eunhye Jo ihr Label in Seoul. Die Marke enthüllt konzeptionelle, künstlerische Themen durch Stoff, Fotografie, Film und Kunstwerk. In der aktuellen Kollektion geht es um kognitive Dissonanz. Alle nehmen unangenehme Dinge oder Situationen wahr, aber das interessiert nicht. Das mag vielleicht egoistisch und unempfindlich sein, aber unter diesem Gesichtspunkt wurde die Kollektion gestaltet. Androgyne Schnitte, traditionelle Materialien und Eleganz vereinen sich zu einer extravaganten Symphonie.

D-ANTIDOTE

Das Label von Park Hwan Sung folgt einem genderfluiden Stil und ist zu einem der Stars in der K-Pop-Szene geworden und auch die internationale Mode-Crowd liebt die Entwürfe. D-ANTIDOTEs Ziel ist es, bestehende Grenzen innerhalb des Marktes zu durchbrechen und zeitgenössische, modebewusste Menschen anzusprechen. Für die aktuelle Kollketion greift er das Meisterwerk »A Better Tomorrow« aus dem Jahr 1986 auf. Der Film von John Woo verhalf dem Neo-Noir-Film aus Hong-Kong zu neuem Erfolg. Die Kombination aus Noir-Elementen, abgeschwächter Farbe und hellen Akzentfarben, die dem Farbtrend entsprechen, macht es zu einer fröhlichen und gewichtigen, trendy neu interpretierten Gangster-Kollektion.

D.GNAK

Der Name wird aus der gespiegelten Reflexion von Kangs Namen gebildet. Es drückt seine Faszination für Störungen, Eklektizismus und Experimente aus. In diesem Sinne ist D.GNAK ein Label, das gleichzeitig enthüllt und verbirgt und zur Auseinandersetzung mit dem Träger einlädt, während ein gewisses Maß an Mystik erhalten bleibt. Kangs Vision für D.GNAK ist es eine Schnittstelle zwischen Underground und Mainstream zu sein. 

KYE

Die Marke wurde 2011 ins Leben gerufen. Der Namen leitet sich von der Designerin Kye Han-hee ab und betont Modewitz, Humor und Spaß. Kye verbindet zeitgenössischen, aber funkigen Stil mit einzigartigem Design. Das Motto für den Winter lautet: UNTAMABLE, ein Konzept-Schlüsselwort, das sich auf mehrschichtiges Design konzentriert, indem es vielfältigere Pop-Farben, übertriebene, mutige Silhouetten und verschiedene Details mischt.

MAXXIJ

MAXXIJ ist eine affordable Avantgarde-Marke. Dahinter steckt der Designer Maxxij. Er präsentiert jede Saison eine ausdrucksstarke Kollektion mit kreativem Konzept. Mutiger Farbkontrast und Übertreibung sind der Schlüssel zum Charakter des Modemachers. Der in Seoul geborene koreanische Designer absolvierte das London College of Fashion und debütierte mit seiner Herrenmode-Kollektion 2017 bei der Seoul Fashion Week. MAXXIJs Designphilosophie ist die Befreiung und Wiederherstellung der Identität durch Mode. Die Marke zielt darauf ab, mit experimenteller Designmethode und kreativem Konzept eine unkonventionelle und ausdrucksstarke Schönheit der Mode zu schaffen.

MOON J

Moon Jin-hee hat die Marke 2015 ins Leben gerufen und entwickelt seitdem jede Saison eine neue und aufregende Geschichte aus der Sicht von Frauen, die die ganzen Inspirationen des Alltags mit künstlerischen und einzigartigen Perspektiven neu interpretieren. Experimentelle Farbe, Textur und Grafikdesign verschmelzen zu zeitgenössischer Mode für moderne Frauen.

MÜNN

Hyun-min Han startete MUNN 2013 mit dem Ziel von Minimalismus und emotionaler Ehrlichkeit. Die Kollektionen sind bekannt für gut geschnittene Woll- und Webkantenstoffe, die sorgfältig mit einer Sensibilität der 60er Jahre handgefertigt wurden. Daher erforscht MUNN fleißig die Verwendung neuer Silhouetten, Materialien, unbekannter Details und Muster. Kurz gesagt, die Identität der Marke kann definiert werden als luxuriöse Entfremdung.

SEOKWOON YOON

Das Designerlabel präsentiert den ursprünglich aus New York stammenden Conceptual Contemporary Look. In jeder Saison werden konzeptionelle und originelle Details in witzigen und spielerischen Proportionen ausgedrückt. An der Grenze zwischen Kunst und Mode gehören zu den Merkmalen von SEOKWON YOON tragbare, experimentelle, einzigartige und exklusive Identitäten.

THE STOLEN GARMENT

Seine Abschlussarbeiten wurden bei einer Ausstellung in London gestohlen – der Verlust wurde für Designer Park Jung-woo eine Chance, um  seine Marke auf den Markt zu bringen. Das Designerlabel The Stolen Garment erkundet anhand verschiedener Geschichten jede Saison die neuen Möglichkeiten in der Herrenbekleidung. Park Jung-woo versucht, die konventionellen Arten idealer Herrenbekleidung durch seinen narrativen Designprozess und seine selbstreferenzielle Ästhetik neu zu definieren.

YOUSER

Hinter dem Label steht der Koreaner Mooyeol Lee. Er gründete es 2012 und setzt auf moderne, experimentelle Ansätze. Die Idee der Addition und Subtraktion von Kleidung gibt die primäre Richtung für seine Mode vor. Die Beschaffenheit der Stücke ermöglicht es dem Träger, die von ihm gewählten Teile zu kombinieren und bietet so einen individuellen Stil neu zu definieren.

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