Fashion

Exklusiv: Modedesigner Tommy Hilfiger im Interview

Kurz vor der Präsentation der neuen »Tommy Now«-Show trafen wir Fashion-Gigant Tommy Hilfiger und Formel-1-Erfolgsfahrer Lewis Hamilton in Mailand
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Ganz entspannt empfängt uns Modedesigner Tommy Hilfiger im vierten Stock seines Mailänder Headquarters, natürlich im für ihn so typischen Preppy-Look: beige Chinos, dunkelblauer Sweater und passende Loafer. Er lässt uns einen ersten Blick auf die »Tommy X Lewis«-Kollektion werfen, die abends auf dem Laufsteg zu sehen sein wird. Der US-Amerikaner hat nun schon zum dritten Mal auf die kreative Unterstützung des fünffachen Formel-1-Weltmeisters Lewis Hamilton gesetzt. Wie die Zusammenarbeit der beiden kreativen Köpfe lief und warum Tommy Hilfiger seinen Job mit dem eines Hollywood-Regisseur vergleicht, hat er uns im Interview verraten …

 

L’Officiel: Ihr Label steht wie kaum ein zweites für den Preppy-Look. Obwohl Sie den Stil nie geändert haben, konnten Sie das Image Ihres Labels modernisieren. Es ist wieder cool, Tommy zu tragen. Was muss eine Marke heute mitbringen, um vorne mitzuspielen?

Tommy Hilfiger: Labels müssen relevant sein, sie müssen die Jugend anziehen und sich mit dem auseinandersetzen, was gerade in der Welt vor sich geht – und das auf eine authentische, transparente Art und Weise.

Stichwort Generation Instagram? Sie setzen bei Ihren Markenbotschaftern auf Namen wie Gigi Hadid, Zendaya, Lewis Hamilton … Warum ausgerechnet diese drei?

Sie sind für mich einfach die Klassenbesten. Gigi ist beste Model der Welt, Zendaya ist eine fantastische Schauspielerin und Sängerin mit Leidenschaft für Mode. Sie ist ein Multitalent. Und Lewis ist einer der weltweit interessantesten Athleten, der sich zufälligerweise auch noch so für Mode interessiert.

Als Model ist Gigi es gewöhnt, sich ständig an- und umzuziehen, sich mit Trends auseinanderzusetzen, Zendaya als Künstlerin ebenfalls. Lewis ist hingegen Rennfahrer – inwieweit hat man diese Unterschiede in der Zusammenarbeit gemerkt?

Gigi hat viele eigene Ideen mitgebracht, sie wusste genau, welche Schnitte und Stoffe sie wollte. Die Kollektion sollte Spaß machen, jugendlich sein, von den Nineties inspiriert, das hat es uns ermöglicht in unseren eigenen Archiven zu stöbern. Mit Lewis war es ähnlich. Er wusste, was er wollte. Ebenfalls den Neunziger-Spirit, aber auch casual, sportlich und cool. Beide haben sich und ihren persönlichen Stil sehr stark eingebracht. Zendaya hat ihren Stylisten mitgebracht, der genaue Vorstellungen hatte. Die Looks sind dadurch vielleicht etwas erwachsener als die der beiden anderen.

Gerade wurde die dritte »Tommy x Lewis«-Kollektion lanciert. Wie kann man sich die Zusammenarbeit zwischen Ihnen vorstellen?

Es macht echt Spaß. Normalerweise schickt er mir zwischendurch Ideen und wir treffen uns regelmäßig in Amsterdam mit unserem Designteam. Dort wird dann gemeinsam überlegt und diskutiert.

Inwiefern hat sich Lewis Hamilton während der letzten drei gemeinsamen Kollektionen als kreativer Kopf weiterentwickelt?

Das ist eine tolle Frage. Er ist als Designer anspruchsvoller und raffinierter geworden, erwachsener. Ohne diesen urbanen Chic zu verlieren, werden seine Designs immer hochwertiger.

Und wie würden Sie sagen, haben Sie sich seit Beginn Ihrer Karriere weiterentwickelt?

Ich habe mich stärker zum Business-Mensch entwickelt, weiß genau Bescheid, was unternehmerisch bei meinem Label los ist. Es ist mir wichtig, nicht nur den Überblick über einen kleinen Teil des Ganzen zu haben. Viele Leute denken, dass Designer nur Ahnung von Entwürfen und der kreativen Arbeit haben, aber es ist wichtig, sich auch für alles andere zu interessieren.

Wenn Sie heute noch einmal ganz von vorn anfangen müssten, was würden Sie anders machen?

Vielleicht wäre ich Hollywood-Regisseur geworden, weil wir ja auch quasi jeden Tag an einer Geschichte arbeiten. Bezogen auf meine Marke, hätte ich sie vielleicht etwas gehobener positioniert. Auf der anderen Seite verkauft man in diesem Bereich nur an eine vergleichbar sehr kleine Gruppe Menschen, insofern bin ich super zufrieden damit, wie es heute ist und dass viele Menschen Tommy tragen können.

So auch in meiner Heimatstadt Hamburg. Sie haben mal gesagt, dass die Hansestadt Ihr Label perfekt verkörpert, wie meinen Sie das?

In Hamburg sehe ich coole Männer, die den Preppy-Stil tragen, ich sehe schöne Frauen, die gut gekleidet sind. Hamburg ist eine kultivierte Stadt mit tollen Kunstgalerien und Restaurants. Das passt perfekt zum Tommy-Look.

Sie waren einer der ersten, dessen Kollektionen man direkt nach den »Buy-now-see-now«-Shows shoppen konnte, sehr fortschrittlich. Was können wir als nächstes erwarten?

Das kann ich Ihnen leider nicht verraten, sonst kommen Sie ja nicht zur Show. Einige Geheimnisse behalte ich für mich …

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