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Diese drei Designer erklären, warum ihnen Couture so wichtig ist

Zum Ende der Frühjahrs-Couture-Woche erklären uns drei Designer, warum Couture manchmal besser ist, als traditionelle Ready-to-wear-Kollektionen
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Diese Saison waren die Haute Couture-Kollektionen vermutlich so modern und spannend wie noch nie. Die Fashion Week in New York ist gerade erst vorbei, aber es zeigt sich: immer mehr Designer zeigen ihre Kreationen statt im Big Apple, lieber auf den Laufstegen in Paris – obwohl ihre Kollektionen mit Haute Couture im klassisichen Sinne nicht viel gemeinsam haben. 

Schon letzte Saison im Juli haben sowohl Rodarte als auch Proenza Schouler – beides Labels, die in New York ansässig sind – ihre Kollektionen während der Couture-Schauen präsentiert. Beide Brands fielen schon vorher durch hohe Preise, aufwändige Handarbeit und generell einen High-Fashion-Charakter auf. Damit gehörten sie zu den luxuriöseren Labels der Ready-to-wear-Labels während der NYFW.

Diesem Trend folgen nun immer mehr Marken, die man bislang nicht mit der Welt der Haute Couture in Verbindung gebracht hat. So zum Beipiel die australische Brand Ellery. Nach eigener Aussage, ist die Kollektion ein Mix aus Ready-to-wear und Couture, wobei die Grenzen dabei fließend verlaufen. Das Kult-Label Acne Studios legte seine Pre-Fall- und seine Hautptlinie zusammen und zeigte die Kollektion ebenfalls während der Couture-Woche, statt wie sonst im März zur regulären Fashion Week.

Nicht jeder versteht den Sinn oder die Relevanz von Haute-Couture. Es ist fast unbezahlbar, für den Großteil der Bevölkerung unerreichbar und selten wirklich tragbar. Umso interessanter, dass Designer genau in dieser Woche ihre Kollektionen zeigen wollen. Wir haben mit drei Designern darüber gesprochen, warum sie Couture entwerfen und wieso es ihnen so wichtig ist.

Maxime Simoens, Artistic Director Azzaro

Simoens leitet Azzaro (ein ikonisches französisches Label aus den 1960er Jahren) seit der letzten Saison.

„Haute Couture ist der ultimative kreative Boden für einen Designer. Die technischen Möglichkeiten sind riesig dank des Know-Hows und der französischen Handwerkskunst. Grenzen werden gesprengt und extrem mutige, unkonventionelle Visionen aufgezeigt."

Alexandre Vauthier

Der französische Couturier führt ebenfalls eine Ready-to-wear-Linie und wird von Promis wie Rihanna, Bella Hadid und Caroline Vreeland verehrt. 

„Couture ist mir sehr wichtig, weil sich dabei alles um Luxus, Qualität und Kreativität dreht. Es ist ein einzigartiger Prozess, bei dem die Fähigkeit der Besten in diesem Metier zur Schau gestellt wird. Man kann die vielen Stunden der Arbeit dabei auch nicht nur in den aufwändigen Ball- und Abendkleidern sehen. Damit ein Blazer an einem Frauenkörper perfekt sitzt, benötigt es eine super feine und präzise Technik. Couture ist das Beste vom Besten und für mich ist es die wichtigste Kollektion, mit der ich mich immer wieder neu herausfordere."

Christine Nielsen, Gründerin Hyun Mi Nielsen

Die Designerin zeigte ihr neu gegründetes Label zum ersten Mal vor drei Saisons während der Haute Couture Woche. Vorher arbeitete sie bei hochkarätigen Brands wie Burberry Prorsum, Alexander McQueen (unter dem 2010 gestorbenen Designer persönlich), Givenchy und Balenciaga.

„Couture ist mir so wichtig wegen seiner außergewöhnlichen Handwerkskunst und Technik. Die Pieces werden von Menschenhand für Menschen gemacht – das Perfekte im Unperfekten gezeigt. Ich schätze den zeitlichen Aufwand, den es braucht, wenn man einen Stoff per Hand macht, die Qualität einer Naht. Und dass sich in jedem Stück etwas von der Person wiederfindet, die daran gearbeitet hat. Die Emotionen und Liebe, die bei der Entstehung hineingegeben wurden." 

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